An der Seite der Engel singen: Heilig, heilig, heilig!

9. Februar 2025 | Simeon Gloger OSB| Impulse

Impuls zum 5. Sonntag im Jahreskreis

„Und einer rief dem anderen zu und sagte: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen. Erfüllt ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit.“ (Jesaja 6,3)

P. Simeon Gloger OSB
P. Simeon Gloger OSB

Es ist der Gesang der Serafim, der Engel um Gottes Thron, der an diesem Sonntag in der ersten Lesung zu hören ist. Wie kein anderer Text aus dem Alten Testament hat dieser Gesang an herausragender Stelle Aufnahme in den christlichen Gottesdienst gefunden: Auf Deutsch beginnt das „Sanctus“, das auf der ganzen Welt bei jeder Eucharistiefeier gesungen wird: „Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten. Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.“

Es ist die ureigenste Aufgabe der Serafim diesen Wechselgesang vor dem als thronenden König gedachten Gott, immer wieder anzustimmen. Die dreifache Wiederholung des Wortes „heilig“ verdeutlicht, dass Gott die absolute Heiligkeit ist. Die göttliche Liturgie im Himmel hat hier ihren Höhepunkt. Auf visionäre Weise hört und sieht der Prophet Jesaja sie staunend: Für ihn hat sich ein Fenster in den Himmel geöffnet.

Auch für uns heutige Menschen, die wir nicht immer mit (solchen) Visionen gesegnet sind, bleibt gültig, was der Dichter Christian Lehnert vor ein paar Jahren schrieb: „Was sich von diesem Gott auf menschliche Weise sagen lässt, sind allein dauernde Wiederholungen derselben Lautfolge: Heilig, heilig, heilig…“. Im Gesang des Sanctus stellt sich die Gottesdienstgemeinde bewusst an die Seite der Engel und bekennt damit, dass Gott der Herr über Welt und Zeit ist. Es möge sich dann auch für uns ein Fenster in den Himmel auftun…

Pater Simeon und die Brüder in Tabgha und auf dem Zion wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!