Auf SEINE Stimme hören
11. Mai 2025 | Matthias J. Karl OSB| Impulse
Impuls zum 4. Sonntag in der Osterzeit
Bildreich ist die Rede Jesu. Überhaupt kennen die biblischen Texte viele Bilder. Bilder helfen uns Zuhörern und Lesern zum besseren Verständnis. Jesus verwendet in seinen Reden Bilder, um zumindest einige Aspekte der göttlichen Wirklichkeit zu verdeutlichen. So spricht er vom Vater, vom König, vom Freund und im heutigen Evangelium vom Hirten. „Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben.“ (Joh 10, 27f.) Dieses Bild vom Hirten, der seine Schafe ruft, will uns helfen, unsere Gottesbeziehung zu vertiefen, wohlwissend, dass auch dieses biblische Bild nur ein „Richtungspfeil ist, eine notwendige Schwelle, die der Mensch auf dem Weg zu Gott benutzt, aber zugleich immer wieder übersteigen und hinter sich lassen muss“ (vgl. Martin Buber). Es geht sogar weniger um den Hirten, sondern vor allem um seine Stimme, um das, was er sagt!
Wem schenken wir unser Ohr?
Wessen Worte sind uns Wegweisung?
Auf wen hören wir?
Wir Katholiken und noch viel mehr Menschen verfolgen in diesen Tagen mit großer Freude und aufmerksamem Interesse die ersten Schritte des neuen Papstes und sind gespannt auf seine ersten Ansprachen und Predigten. Gut so! „Wer euch hört, der hört mich“ – so sagt Jesus zu seinen Jüngern (Lk 10,16). Womöglich spricht Gott auch durch Papst Leo XIV. in unsere Welt, in unsere so aufgewühlte Zeit.
Vieles dringt tagein tagaus an unsere Ohren – die Stimme Gottes herauszuhören, das ist uns aufgetragen, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben.
Pater Matthias und alle Brüder in Tabgha und Jerusalem wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und wache Ohren und Herzen!