Aufruf zum AUfbau des Reiches Gottes
1. Februar 2026 | Matthias J. Karl OSB| Impulse
Impuls zum 4. Sonntag im Jahreskreis
Die „Bergpredigt“ aus dem Matthäusevangelium zählt zu den bekanntesten Texten der Heiligen Schrift. Ganz besonders gilt das für die einleitenden Verse, die Seligpreisungen. Diese Verse sind nicht kompliziert; sie sind klar und einfach formuliert. Viele Hörer bzw. Leser der Seligpreisungen fühlen sich unmittelbar angesprochen.
In der Meditation des Textes, Wort für Wort, tritt aber schließlich die Komplexität, die Tiefe und Weite zum Vorschein.
„Selig die Sanftmütigen…
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit…
Selig die Barmherzigen…
Selig die Frieden stiften…“ (vgl. Mt 5, 5-9)
Was steckt in diesen weit über das Christentum hinaus bekannten Worten? Ist es phantastische Utopie oder doch konkretes Lebensprogramm? Ist es frommer Stoff für Träumer oder doch christliches Ideal mit Realitätsanspruch? Als gläubiger Mensch ahne ich die unüberbietbare Bedeutung, das Gewicht dieser Worte Jesu. Wem gelten sie? Wem sagt Jesus diese Worte? Sind die Seligpreisungen nur für die „christliche Elite“ bestimmt? Oder sind sie ein Lebensmodell für alle Gläubigen?
Zweifelsohne, der hier ins Wort gefasste Anspruch ist enorm, ein Lebensprogramm mit sehr hohem Maßstab. Beim aufmerksamen Lesen und Hören der Seligpreisungen wird mir klar, Jesus ruft nicht zur Frömmelei und nicht zum Kleinmut. Jesus ruft zu anspruchsvoller Gottes- und Nächstenliebe; er ruft alle mit Wort und Tat am Aufbau des Reich Gottes teilzunehmen, für die Gerechtigkeit einzustehen, das Unrecht zu verabscheuen und dem Ungerechten zu vergeben. „Selig, die rein sind im Herzen.“ (Mt 5, 8)
Pater Matthias und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!