Das Bleibende an der Weihnachtszeit
9. Januar 2022 | Impulse
Predigt von Pater Zacharias an "Taufe des Herrn"
„Mit der ‚Taufe des Herrn‘ im Jordan geht die Weihnachtszeit zu Ende. Morgen werden die Tannenbäume in unserer Kirche wieder abgebaut, die Lichterketten werden nicht mehr leuchten. Was bleibt dann noch vom Fest der Geburt unseres Herrn?
Der Glanz der Festzeiten, die vielen Weihnachtsbräuche, die Lichterketten, der Tannenbaum, die leuchtenden Augen, das Weihnachtsgebäck, all das Fühlbare, das Anschaubare, das Sensationelle ‒ es ist nun vorbei. Vielleicht brauchen wir es - aber ich muss es auch hinter mir lassen können, um zum Bleibenden vorzustoßen. Das Fest der Taufe Jesu führt hin zu dem, was bleibt. Im Evangelium des Tages wird von der Erwartung und Erregung des jüdischen Volkes erzählt: Ist dieser Johanne der Täufer vielleicht der Messias? Doch er muss sie enttäuschen: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet. Ich taufe nur mit Wasser, aber ich will euch auf den aufmerksam machen, der nach mir kommt. Er, der Messias, tauft mit Heiligem Geist und mit Feuer.
Die Weihnachtszeit lehrt uns: Aus dem Kind in der Krippe ist der Mann geworden, über dem sich der Himmel öffnet, auf dem der Heilige Geist ruht und zu dem die Stimme aus dem Himmel spricht: ‚Das ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich Gefallen gefunden!‘
In der heutigen ersten Lesung aus dem Buch Jesaia wird der geliebte Sohn schon beschrieben: ‚Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt …. Er schreit nicht und lärmt nicht, er lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht lösch er nicht aus.‘ - Nichts Sensationelles umgibt ihn; kein strahlender Held erscheint auf der Bühne. Doch dieser ist dazu bestimmt das Licht für die Völker zu sein.
Wir sind eingeladen, an die Seite des geliebten Sohnes zu treten, unsere oft blinden Augen von ihm öffnen zu lassen, uns befreien zu lassen von allem, was uns bindet und daran hindert auf IHN zuzugehen. Dann werden wir vielleicht nichts Sensationelles erleben, aber Hoffnung stiften. Wir werden dann keine Engel werden, die alles Leid, alle Not, alles Unheil dieser Welt wegrollen; es reicht, wenn wir nicht müde und matt werden, um Zeuge zu sein für ihn, Jesus den Christus, den geliebten Sohn des Vaters - er bringt das Heil!“
Pater Zacharias und alle Brüder in Tabgha und auf dem Berg Zion wünschen Euch einen gesegneten Sonntag!