Das wahre und endgültige Lamm Gottes
18. Januar 2026 | Efrem Stoś OSB| Impulse
Impuls zum 2. Sonntag im Jahreskreis
Heute blicken wir auf Johannes den Täufer, der, als er Jesus sieht, sagt: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt“ (Joh 1,29).
Was haben die Menschen damals wohl gedacht, als sie diese Worte hörten? Was verstehen wir heute darunter? – Während der Messe wiederholen wir oft: „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt; erbarme dich unser.“ Der Priester lädt die Gläubigen auch mit den Worten zur Kommunion ein: „Seht, das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt ...“
Die Apostel und Kirchenväter wussten, dass das Lamm ein altes Symbol für Reinheit, Einfachheit, Güte, Sanftmut und Unschuld ist. Jesus ist jedoch mehr als nur ein subtiles Symbol. Er selbst verkörpert Reinheit, Einfachheit, Güte und Unschuld.
Wenn das Evangelium die Wahrheit sagt und Christus tatsächlich das „Lamm“ ist, das die Sünden der Welt hinwegnimmt, dann ist die schönste Aufgabe der Menschen, diese Gnade zu nutzen und bestmöglich in Reinheit, Einfachheit, Güte und Unschuld zu leben.
Wie Papst Benedikt XVI. es ausdrückte, werden unsere Einzigartigkeit, unsere Würde und unsere Freiheit nicht durch die Versuchung der Sünde und der Kleingeist schöner, sondern sie leuchten am prächtigsten durch die Gnade des Lammes Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Nicht symbolisch, sondern wahrhaftig und endgültig.
Pater Efrem und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine ebenso gesegnete neue Woche!