Der Friede des Auferstandenen: Privileg. Und Verpflichtung.

27. April 2025 | Efrem Stoś OSB| Impulse

Impuls zum 2. Sonntag in der Osterzeit

P. Efrem Stoś OSB
P. Efrem Stoś OSB

Im Alltag geben wir unsere Unruhe so leicht an andere weiter. Oft müssen wir gar nicht darüber reden oder viel erzählen, damit andere spüren, dass wir innere Spannungen, Unsicherheiten und Ängste in uns tragen. Wie leicht teilen wir – bewusst oder unbewusst – unsere Unruhe mit anderen? Wie real und wie stark kann sich die Unruhe, die wir in uns tragen, auf andere übertragen?

Das heutige Evangelium erzählt von einer genau umgekehrten Situation. Jesus sagt nicht nur „Friede sei mit euch“, sondern er schenkt ihn wirklich allen. „Friede sei mit euch!“ – Das sind die ersten Worte Jesu nach seiner Auferstehung. Er sagt nicht: „Ich grüße euch“ oder „Ich liebe euch“ oder „Ich denke an euch“, sondern er sagt: „Friede sei mit euch!“

Frieden ist etwas Konkretes, etwas, das wir einander geben können ... So war es damals im Abendmahlssaal. So ist es in jeder Eucharistiefeier, wenn wir einander sagen: „Friede sei mit dir.“

Es ist ein großes Privileg und eine große Verpflichtung, den Frieden, den wir von Gott haben, wirklich an andere weiterzugeben... Und vielleicht ist es auch eines der ersten Zeichen der Barmherzigkeit, anderen den Frieden zu schenken...

Pater Efrem und alle Brüder auf dem Zion und in Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Zweiten Ostersonntag und eine gute Woche!