Der greise Prophet Simeon: gegen Wohlfühl-Heilsegoismus

2. Februar 2025 | Zacharias Schmitz OSB| Impulse

Impuls zum Fest der Darstellung des Herrn (2. Februar 2025)

Pater Zacharias Schmitz OSB
Pater Zacharias Schmitz OSB

An diesem Sonntag begeht die katholische Kirche das Fest Darstellung des Herrn. Das Evangelium an diesem Festtag erzählt uns von der Begegnung des greisen Simeon mit Maria, Josef und dem Jesus-Kind im Tempel (Lk 2, 22-32).

Der Maler Rembrandt hat diese biblische Szene in einem wunderbaren Gemälde dargestellt: Der greise Simeon hält das Jesus-Kind auf seinen Armen, seine Hände sind weit ausgestreckt, um das Kind weiterzureichen. Und Simeon singt: „Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast,“ (Lk 2, 30-31).

Diese biblische Botschaft kündet: Jesus ist das Heil für die Völker, für die ganze Welt! Jeglicher Heilsegoismus „Jesus, mein Gott, mein Heiland, meine Seligkeit“ wird damit ausgeschlossen! – Wir haben Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu, gefeiert in unseren Familien, im Freundeskreis, in unseren christlichen Gemeinschaften, aber unser Glaube, dass Gott Mensch geworden ist, ist uns nicht nur geschenkt zu unserem privaten Glück und Wohlbefinden. Er ist ein Auftrag an uns: Ihr sollt meine Zeugen sein!

Das Wort, das Simeon an Maria richtet (Lk 2,34), stellt unseren Glauben auf die Füße: „Er (Jesus) wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird […]“. Jesu Botschaft und seine Lebensart reizen bis heute zum Widerspruch. Wem fällt es schon leicht, dem Wort Jesu zu folgen: „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein!“ (Mt, 10,38). – Aber nur auf diesem Weg mache ich die Erfahrung: „Meine Augen haben das Heil gesehen […]“ (Lk 2,30).

Pater Zacharias und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche unter dem Segen des Menschgewordenen!