„...der nach seinen Möglichkeiten und mit aller Kraft tröstet...”

3. August 2025 | Simeon Gloger OSB| Impulse

Impuls zum 18. Sonntag im Jahreskreis

P. Simeon Gloger OSB
P. Simeon Gloger OSB

Angesichts der Lage in diesem leidgeplagten Land passt sie gut, die Stimmung des Buches Kohelet: diese pessimistische, dunkle Schicksalsergebenheit. In der ersten Lesung des heutigen Sonntags gibt es tatsächlich keinen Lichtblick. Es bleibt geradezu bei einem „Eintrichtern“ aller Nichtigkeit: Alles ist Windhauch. Was nützt Anhäufung von Reichtum, Wissen und Können, wenn dann doch der Tod des Menschen kommt? Windhauch als Symbol für alles Vergängliche und Flüchtige: „Der Mensch gleicht einem Hauch, seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten“ (Ps 144,4). Und dann verfolgen die Traumata und die Sorgen den Menschen auch noch 24 Stunden: „Selbst in der Nacht kommt sein Geist nicht zur Ruhe.“ (Koh 1,23).

Die für die Lesung ausgewählten Verse bleiben bei diesem Pessimismus stehen.

Auch das Evangelium stellt angesichts des Anhäufens irdischen Reichtums die menschliche Vergänglichkeit ins Zentrum. Es endet mit der indirekten Aufforderung bei Gott reich zu sein und nicht für sich selbst Schätze zu sammeln. Doch wie wird man bei Gott reich? Dieses Sammeln der Himmels-Schätze ist der einzige Lichtblick, der fürs erste bleibt. „Wer reich vor Gott ist, ist sehr gesegnet und hat eine herrliche Hoffnung“, schreibt der hl. Cyrill von Alexandrien. Und weiter:

„Offensichtlich ist es jemand, der die Tugend liebt, und dem wenige Dinge genügen. Es ist jemand, dessen Hand offen ist für die Bedürfnisse der Armen und der sie in ihren Sorgen, nach seinen Möglichkeiten und mit aller Kraft tröstet. Er sammelt in den Vorratskammern, die oben sind, und legt Schätze im Himmel an.“

Pater Simeon und alle Mönche der Dormitio in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche – mit Trost und Hoffnung im Namen Gottes