Die Erfüllung des Gesetzes ist die Liebe! (Römerbrief 13,8)

10. Februar 2025 | Jonas Trageser OSB| Impulse

Impuls zum Fest der Hl. Scholastika (10. Februar 2025)

P. Jonas Trageser OSB
P. Jonas Trageser OSB

Nach Gregor dem Großen war Scholastika von Kindheit an Gott geweiht. Traditionell wird sie als erste Benediktinerin betrachtet.

„Es geht darum, den Menschen der jeweiligen Zeit ’Gottesberührung’ zu ermöglichen, Lebenskontakt mit der Botschaft Jesu, die im Letzten er selbst in Person ist“, so formulierte es einmal Bischof Wanke, ehemaliger Bischof von Erfurt. Dieser Gedanke bringt mich in Berührung mit Scholastika und Benedikt und ihrer Zeit, aber auch zu unserer/meiner Zeit. In ihrer jährlichen Begegnung geht es um „Gottesberührung“ und „Lebenskontakt mit der Botschaft Jesu“.

Nach der Lebensbeschreibung besuchte Scholastika Benedikt jährlich; sie verbrachten den Tag miteinander im Gebet und geistlichen Gespräch: „Lebenskontakt mit der Botschaft Jesu“. Bei einem dieser Treffen bat Scholastika Benedikt, noch bis zum Morgen bei ihr zu bleiben, um das Gespräch fortzusetzen, was er zunächst ablehnte. Auf ihr inständiges Gebet hin begann ein so gewaltiges Unwetter, dass Benedikt nicht aufbrechen konnte und die Nacht bleiben musste, so dass die beiden geistlichen Geschwister bis zum Morgen miteinander sprachen. Gregor kommentiert die Episode mit den Worten: „Jene vermochte mehr, weil sie mehr liebte.“ Benedikt muss einsehen, Scholastika kann bei Gott mehr bewirken, die Liebe zu Gott ist stärker als jede noch so gute Regel.

Manchmal braucht es ein kleines Wunder, das geistliche Gespräch zwischen Scholastika und Benedikt, damit durch göttliche Einwirkung eine neue Beziehung zwischen ihnen entsteht. Das Gespräch mit dem gleichgesinnten geistlichen Bruder und das Gespräch mit Gott gehen ineinander und so schenken sie Anteil von ihrer „Gottesberührung“ im Ringen um Glauben, Hoffnung und Liebe.

„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe. Doch das Größte ist die Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe“ (1 Kor 13,13)

Pater Jonas und alle Brüder wünschen Euch den reichen und liebevollen Segen auf die Fürsprache der heiligen Scholastika!