Doch ER kam auf unerwartbare Weise

6. Januar 2026 | Efrem Stoś OSB| Impulse

Impuls zum Hochfest der Erscheinung des HERRN

P. Efrem Stoś OSB
P. Efrem Stoś OSB

Jesus wollte nicht in Rom, nicht in Athen und auch nicht in Jerusalem geboren werden. Alles fand irgendwo am Rande der großen Welt statt, ohne feierliche Zeremonien oder Luxushotels.

Gott selbst wählte Bethlehem als Ort seiner Geburt aus. Zeugen für dieses weltweit bedeutende Ereignis sind die Krippe, das Heu, die Hirten und die Tiere. Selbst die drei Weisen hatten Schwierigkeiten, den Weg dorthin zu finden. Sie überlegten und forschten: Wie sollten sie hinkommen? Wann sollten sie ankommen? – Am Ende gaben sie ihr Wissen und ihre weisen Bücher auf und ließen sich vom Stern am Himmel leiten.

Seitdem hat sich nicht viel geändert. Auch heute ist das Geheimnis der Geburt Jesu nur in demselben armen Bethlehem zugänglich. Auch heute ist es schwierig, Jesus in der sogenannten großen Welt zu finden. – Um Jesus in unserem Leben zu finden, müssen wir den Betlehem-Stern erkennen und nach Bethlehem gehen.

Man muss einen Geist der Einfachheit und Bescheidenheit haben und gleichzeitig den Geist des Stolzes und der Eitelkeit sowie den Geist der endlosen Diskussionen aufgeben, um Gott wirklich zu finden.

Aber es ist nicht leicht, den einen und einzigen Bethlehem-Stern in unserem Leben zu finden! Denn es gibt viele Sterne am Himmel, die schöner zu leuchten scheinen und uns eine bessere Zukunft, eine schnellere Karriere und vielleicht ein interessanteres Leben versprechen.

Der polnische Dichter Jan Twardowski schreibt:

Gott wurde anders erwartet.
Anderswo wurde er gesucht.
Für ihn wurden triumphale Tore gebaut,
doch er kam auf so unerwartete Weise.
Gott zu sehen
– den Unscheinbaren und doch den Mächtigsten der Welt –
ist die größte Weisheit der drei Könige aus dem Morgenland.“

Pater Efrem und alle Brüder vom Zion und von Tabgha wünschen Euch im Zeichen des Bethlehem-Sternes viel Segen am Hochfest Epiphanie!

Unterwegs nach Bethlehem. Auf der Such nach Gott.
Unterwegs nach Bethlehem. Auf der Such nach Gott.  | © Foto: Basilius Schiel OSB