Doppelte Verwandlung

2. August 2026 | Jonas Trageser OSB| Impulse

Impuls zum 18. Sonntag im Jahreskreis

P. Jonas Trageser OSB
P. Jonas Trageser OSB

Dieser Sommersonntag leitet uns vom Evangelium her nach Galiläa, näherhin nach Tabgha direkt am See Genezareth. In Tabgha ist es jetzt heiß, denn es liegt 200 m unter dem Meeresspiegel, die Sommerhitze schreit nach Abkühlung im dortigen natürlichen Pool, der ganzjährig 24°-warmes mineralhaltiges Wasser hat, das aus einer Quelle tief im Berg der Seligpreisungen entspringt.

Tabgha ist der Ort, an dem wir die Geschichte mit dem Wunder der Brotvermehrung verorten. Tabgha ist Sehnsuchts- und Hoffnungsort nach Leben. Die Liturgie dieses Sonntags will wie ein „Geschmacksverstärker“ sein. Sie möchte in uns die Sehnsucht nach dem Wort und dem Brot des Lebens wecken, es wird uns im Wort der Hl. Schrift und in der Feier der Eucharistie geschenkt.

Brot steht für das Leben – das geteilte Leben mit den vielen Menschen, die zu uns gehören und mit denen wir zusammenleben. Brot, eines unserer Grundnahrungsmittel, steht für die Erhaltung des Lebens. Brot ruft zur Verantwortung für das Leben, damit Menschen all überall tägliches Brot haben und keinen Hunger leiden müssen.

Brot ist in der jüdisch-christlichen Tradition immer mehr als bloße Nahrung. Brot wird dann zum Segen, wenn ich es teile, wenn ich anderen Anteil gebe an Gemeinschaft, am Miteinander im gemeinsamen Mahl. Wenn ich das Brot auf Kosten anderer esse, kann es keine „gesegnete Mahlzeit“ sein. Eine solche kann es nur werden, wenn ich das Brot teile. Nur geteiltes Brot ist „unser“ Brot, ist Gottes Brot. So ist der Auftrag Jesu auch an uns zu verstehen: „Gebt ihr ihnen zu essen“.

Pater Jonas und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag!