Gebet um Gottes Kraft und Liebe

5. Oktober 2025 | Josef San Torcuato OSB| Impulse

Impuls zum 27. Sonntag im Jahreskreis

P. Josef San Torcuato OSB
P. Josef San Torcuato OSB

Manchmal droht mir die Hoffnung abhanden zu kommen; manchmal fällt es mir schwer zu glauben. Manchmal zweifle ich oder ich habe das Gefühl, dass mein Glaube nicht so stark ist, wie er sein sollte.

Ich frage mich, warum Menschen, die mir etwas bedeuten, die ich liebe, Schlimmes widerfährt; warum die Brutalität und die Sinnlosigkeit des Krieges hier in meiner Wahlheimat mich oft einfach nur überwältigen. Die Worte der ersten Lesung für die heutige Sonntagsmesse klingen mir in den Ohren:

„Warum lässt du mich die Macht des Bösen sehen und siehst der Unterdrückung zu? Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit.“ (Hab 1,3)

Gott sagt dem Propheten Habakuk, er solle warten und Glauben haben. Im heutigen Evangelium bitten die Apostel Jesus, ihren Glauben zu stärken. Seine Antwort: Bereits ein Glaube von der Größe eines Senfkorns kann das scheinbar Unmögliche bewirken. Erbe und Auftrag des Jüngers ist es, zu glauben, auf Gott zu vertrauen und dann zu handeln.

Ich bin herausgefordert an Gott und an mich selbst zu glauben, um alles zu tun, was ich kann, um die Welt zu einem gerechteren und besseren Ort zu machen. Ich will mich vom Gleichnis ermutigen lassen und das unscheinbare Senfkorn des Glaubens in meinem Leben pflegen; Gott mag Wachstum und Blüte schenken.

„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7)

Mein Gebet heute: dass dieser Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit angesichts von Hoffnungslosigkeit, Streit und lautstarker Zwietracht meinen angefochtenen Glauben stärkt und vollendet.

Pater Josef und alle Brüder in Tabgha und Jerusalem wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche mit neuer Hoffnung und in der Kraft des Geistes Gottes!