Geheimnis des Lebens: Im Tod ist das Leben

17. März 2024 | Elias Pfiffi OSB| Impulse

Impuls zum Fünften Fastensonntag

P. Elias Pfiffi OSB
P. Elias Pfiffi OSB

„Geheimnis des Glaubens: im Tod ist das Leben“ (Gotteslob 210). – Dieser Refrain des Liedes im Gotteslob singt sich einfach und geht leicht über die Lippen. Aber das Zusammenwirken und die tiefe Verbundenheit von Tod und Leben sind und bleiben ein Geheimnis unseres Lebens und des christlichen Glaubens. Nicht immer können wir im Verlust den Gewinn, im Abschied den Neuanfang oder im Tod das Leben erkennen. Viele bleiben in der Tauer eingeschlossen, sehen nur das Ende oder das dunkle Grab. Trennung und Tod bezeichnen für viele das „End-gültige“, das Aus-und-Vorbei.

Dass Sterben auch Fruchtbar-werden und Fruchtbar-werden Sterben bedeuten kann, wird uns durch Tod und Auferstehung Jesu vor Augen gestellt. Aber auch in der Natur ist dieses Geheimnis schon zu entdecken: im Bild des sterbenden Weizenkorns, das im Tod reiche Frucht bringt. Das kleine Weizenkorn gibt seine bisherige Gestalt auf, verwandelt sich in der Erde und wird so zum Samenkorn für eine neue Ähre mit vielen Weizenkörnern.

Der Pfarrer und Religionspädagoge Elmar Gruber erkennt das gleiche Geheimnis auch im Symbol des Ostereis. Die Schale des Eis hütet, hält und birgt, sodass das neue Leben heranwachsen kann. Aber irgendwann muss sie brechen, damit das Küken die Möglichkeit hat zu schlüpfen. Irgendwann muss auch unsere Schale und unser Schutz zerbrechen, damit das wahre Leben zur Entfaltung kommen kann.

Möge Gott uns die Augen öffnen für dieses Geheimnis des Glaubens, damit wir es in unserem alltäglichen Leben immer wieder entdecken. Möge er uns aber auch helfen, die Eierschalen unseres kleinen Ichs zu sprengen und unser wahres Leben zur Entfaltung zu bringen.

Pater Elias und die Brüder in Tabgha und Jerusalem wünschen Euch einen gesegneten Fünften Fastensonntag und eine gute Woche hin auf den Palmsonntag!