Gottes Barmherzigkeit umschließt alle
30. März 2025 | Abraham Ungermann OSB obl.| Impulse
Impuls zum Vierten Fastensonntag
Bin ich nicht angewiesen auf die Barmherzigkeit Gottes? Auf seine warmherzige Aufnahme und sein Mich-liebevoll-in-die-Arme-Schließen? Tut das ehrliche Anschauen meiner Selbst nicht oft weh und nur der liebende Blick Gottes kann diese Scham von mir nehmen? Vergebung tut gut, befreit, eröffnet einen neuen Horizont.
Gibt es aber nicht auch die andere Seite in uns? Die Seite die selbstgefällig unserer fruchtbaren Beziehung zu Gott sicher ist, die nicht einsehen und verstehen kann, dass Gott auch diejenigen wieder aufnimmt und liebt, die nach unserem menschlichen Ermessen zu viel Schuld auf sich geladen haben?
Mit welchen Maßstäben messe ich bei mir, messe ich bei anderen? Warum bin ich wütend, ärgerlich und zornig, wenn Gott anderen seine Barmherzigkeit gewährt und schenkt? Bin ich neidisch?
Im Vaterunser beten wir:
„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“.
Mehr als nur eine Phrase, ein Daher-Gesagt? Meine ich das wirklich ernst? – Gar nicht so einfach!
Es geht darum, immer wieder einen Schritt zurückzugehen und sich der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu übergeben.
Ja, Gott, ich habe es jeden Tag verdient, dass du mich wieder in deine Arme schließt und dich darüber freust, dass ich da bin.
Ebenso hat dies auch jeder meiner Mitmenschen verdient, von dir Gott geliebt und aufgenommen zu werden. Die Entscheidung ob Sünden vergeben werden können, liegt allein bei dir – Gott.
Einen besinnlichen Vierten Fastensonntag wünschen Ihnen Bruder Abraham und alle Brüder aus Tabgha und Jerusalem.