Gottes Gericht – und Gottes lebendiger Geist!
7. Dezember 2025 | Elias Pfiffi OSB| Impulse
Impuls zum Zweiten Advent
Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt! Weg von unserem heimeligen Zuhause, den leuchtenden Kerzen des Adventskranzes, dem Gebäck und dem Glühwein führt uns die Liturgie des Zweiten Adventssonntag direkt in die ungemütliche Wüste Judäas und vielleicht auch unserer Seelen.
Irgendwie mag Gott die Wüste. Gerade an diesem unbehausten und lebensunwirtlichem Ort hat Gott seinem Volk und den Propheten immer wieder das wahre Leben und seine Liebe offenbart.
Mitten durch die judäische Wüste schlängelt sich der Jordanfluss. Seit Tausenden von Jahren hat er dort sein Flussbett gegraben und immer wieder erneuert.
Wo sich der Fluss durch die Wüste windet, findet sich an seinem Ufer eine üppige Vegetation. Aber daneben ist Wüste, trockenes Land, staubtrocken. Wenn sich die heutigen Pilgergruppen an diesen Ort begeben, wirbeln sie immer Wolken von Staub auf. Es ist wie ein Gang durch eine Mondlandschaft. Aber in den seltenen Fällen, wo es geregnet hat, ist es noch schlimmer. Der Schlamm kennt keine Gnade: er klebt und klumpt an Schuhen, Kleidern und an den Autoreifen.
Mitten in dieser Wüste und des Schlammes hören wir eine laute und drängende Stimme: bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Pfade! Bereitet Euch, möglichst bald. Es besteht akute Gefahr. Handelt möglichst bald, wenn ihr noch etwas retten wollt! Fühlt Euch nicht so sicher, denn das wäre Selbstbetrug!
Mancher und manche werden vielleicht etwas staubig werden und mit Schlamm bespritzt, wenn sie versuchen, die Straßen für Gott gerade zu machen, um ihm den Weg zu bereiten. Aber ist das schon wirkliches „um-denken“ und „um-kehren“ angesichts des bevorstehenden Feuer-Gerichtes? Geht es nicht um eine Neu-ausrichtung auf Gott und auf meinen Mitmenschen, um eine grundlegende Veränderung meiner Einstellungen, meines Verhaltens und meines Handelns? Johannes ruft uns heute zu: wichtiger als die Kugeln an deinem Weihnachtsbaum sind die Früchte am Baum deines Lebens. Umkehr – nicht nur als ein frommer Gedanke, sondern als Frucht, die sich zeigt, die andere erkennen können.
Welche Früchte werden wir am Ende unseres Advents vorweisen können? Für Johannes den Täufer steht am Ende das Gericht, das läuternde Feuer und die Ent-scheidung. Aber auch ein Geschenk: Gottes lebendiger Geist. Was für eine Gabe!
Pater Elias und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Zweiten Adventssonntag!