Hab Mut, steh auf! – Das Motto des zurückliegenden Katholikentags in Würzburg klingt in mir nach. Drei Begegnungen sind mir in lebendiger Erinnerung geblieben, ich möchte sie mit Euch teilen:
Der Dom. – Beim Betreten stößt man auf eine übergroße Menorah. Bewusst an diesen Ort gestellt, um zu erinnern: Im Judentum ist unser Ursprung. Paulus sagt uns im Römerbrief: „Wir sind aufgepfropft“. Für mich heißt das, wir sind tief verwurzelt in diesem jüdischen Urgrund und entfalten uns daraus. Denk daran!
Das Neumünster. – Unter dem Kirchenraum befindet sich die Kiliansgruft mit den drei Frankenaposteln. Die Oberkirche ist ein heller Raum, er ist mit modernen Malereien aus den Schöpfungslieder ausgestaltet. Doch ein Ort sticht besonders hervor, die Kreuzesdarstellung mit der Umarmung Christi, aus dem 14. Jahrhundert. Im Hinaufblicken beginnt man zu staunen und fragt sich, was es mit der sonderbaren Haltung des Gekreuzigten auf sich hat. Er hat seine Hände vom Kreuz genommen. Vielleicht kann uns diese Umarmung sagen: Sie gilt uns allen, wenn wir bereit sind, uns von Gott in Jesus Christus umarmen zu lassen und diese Umarmung weiterzuleben.
Die Augustinerkirche. – Im Vorraum der Kirche stößt man an eine Wand, auf der in großen Lettern nur fünf Worte stehen: „Ich will, dass Du bist!“ – Gedanken, inspiriert vom Hl. Augustinus. Für mich kann es bedeuten: Jede und jeder ist bedingungslos in der Kirche willkommen und angenommen.
Diese fünf Worte führen die ganze christliche Grundhaltung auf den Punkt, wie ich Menschen begegnen möchte: „Ich will, dass du bist!“ Stets neue Herausforderung für uns und unsere Kirche. Christ Sein bedeutet: „Ich will, dass Du bist!“ Umso mehr: Habt Mut, steht auf!
Pater Jonas und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!