Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen

17. August 2025 | Abraham Ungermann OSB obl.| Impulse

Impuls zum 20. Sonntag im Jahreskreis

Br. Abraham Ungermann OSB obl.
Br. Abraham Ungermann OSB obl.

„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen; wie froh wäre ich, es würde schon brennen!” (Lk 12,49)

Dieses Wort Jesu erschüttert. Kein sanftes Bild, keine beruhigende Verheißung, nach der wir uns so sehen und auf die wir hoffen. Es ist das Feuer, das entflammt, das klärt, das trennt. Es ist das Feuer, das alles versengt und dadurch Neues wachsen lässt, den Boden neu bereitet für die aufkeimende Natur. Es ist das Feuer des Geistes, das Herzen in Brand setzt und keine Halbwahrheiten duldet.

Jesus weiß, dass sein Weg nicht in friedlicher Harmonie aufgeht, sondern durch Kreuz und Entscheidung hindurchgeht. Sein Feuer ist die Leidenschaft für das Reich Gottes, es spaltet nicht, weil Christus spalten will, sondern weil sein Wort uns dazu zwingt, Stellung zu beziehen: für Christus oder gegen ihn.

Auch der nächste Satz klingt hart in unseren Ohren, die so gerne das Gute, Sanfte und liebevolle hören. „Meint ihr, ich sei gekommen, Frieden zu bringen? Nein, sondern Spaltung.” Doch es ist die Wahrheit, der wir uns stellen müssen, wenn wir Gott ganz begegnen wollen. Der Friede den, Christus bringt, ist keine billige Ruhe, kein Kompromiss mit der Ungerechtigkeit, kein glattes Zudecken von Wunden. Es ist der Friede, der durch das Feuer der Wahrheit geht. Wer diesen Frieden annimmt, wird anstößig, unbequem, manchmal sogar für den nächsten im eigenen Haus.

Das Evangelium zeigt uns: Der Glaube an Christus ist keine private harmlose Sache. Er stellt unsere Leben unter eine neue Herrschaft. ER lässt uns Fragen: Wo habe ICH Angst vor dem Feuer, das verändert? Wo halte ICH am Alten fest, anstatt mich von der Leidenschaft Jesu verwandeln zu lassen?

Vielleicht ist es genau das, wozu Jesus uns heute ruft: nicht zu einer bequemen Nachfolge, sondern zu einer brennenden. Sein Feuer soll unsere Herzen entzünden, nicht, um zu zerstören, sondern um zu läutern, zu reinigen, zu erneuern.

Herr, ich komme zu dir und bitte dich:
Lass dein Feuer in mir brennen.
Lass mich nicht zurückschrecken vor der Spaltung,
die aus der Treue zu DIR erwächst.
Mach mich frei von falschem Frieden.
Schenke mir den Mut,
den Weg deiner Frohen Botschaft
in brennender Liebe zu gehen.
Amen

Den Geist des Mutes und der inneren Wandlung wünsche ich Ihnen an diesem Sonntag, Bruder Abraham mit allen Brüdern aus Tabgha und Jerusalem.