Im Gebet um ein hörendes Herz

26. Juli 2026 | Simeon Gloger OSB| Impulse

Impuls zum 17. Sonntag im Jahreskreis

P. Simeon Gloger OSB
P. Simeon Gloger OSB

Nach der biblischen Überlieferung war König Salomo der ideale Herrscher Israels schlechthin. Die Kapitel drei bis elf im 1. Buch der Könige beschreiben ihn als einen König, bei dem einfach alles stimmt: Er ist reich, ohne den Reichtum zu Schau zu stellen, überregional einflussreich, ohne außenpolitisch aggressiv zu agieren. Seine Herrschaft bringt Ruhe und Sicherheit für das Volk: Salamo missbraucht seine Macht nicht, sondern setzt sie zum Wohl der Untergebenen ein. Somit zeichnet ihn in allem und über allem ein weises, vorausschauendes Handeln aus.

Vor diesem Hintergrund scheint der besondere, vertrauliche Zugang zu Gott selbst, wie er in der ersten Lesung zur Sprache kommt, gar nicht so ungewöhnlich.

Ein König wie Salomon wird vom HERRN selbst gestützt, beschützt – und belohnt. So erscheint Gott ihm im Traum und lässt ihn ein Bitte aussprechen. Salomos Wunsch um „ein hörenden Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht!“ (1 Könige 3,9) ist beachtlich und äußerst vorbildlich. Und sie wird auch sofort erfüllt.

Man wünscht sich, dass sich heutige Herrscher an dieser demütigen Bitte Salomons zumindest ein klein wenig ausrichten. Hier strebt einer nicht diktatorisch nach Macht, sondern nach Weisheit, um dem Willen Gottes folgen zu können. „Diener des Volkes“ zu sein ist eine Herausforderung und ein „hörendes Herz“ kann dabei helfen. Möge König Salomo ein Vorbild sein für alle, die Macht über andere ausüben.

Pater Simeon und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag!