In der Lebens- und Liebesschule des Alltags
15. Januar 2026 | Simeon Gloger OSB| Impulse
Impuls am Festtag der hll. Maurus und Placidus
Es sind nur sehr wenige Angaben, die der hl. Gregor der Große im „Zweiten Buch der Dialoge“, in der Lebensbeschreibung des hl. Benedikt von Nursia, über die heiligen Maurus und Placidus macht. Nach Gregor wurden sie von noch im jungen Alter von vornehmen Römern dem heiligen Benedikt in Subiaco zu Erziehung übergegeben und so zu seinen ersten Schülern. Die wohl bekannteste Erzählung über die beiden, die auch in einem kleinen Medaillon über dem Benediktsaltar in unserer Abteikirche abgebildet ist, ist die Errettung des Placidus vor dem Ertrinken im Fluss durch seinen Mitbruder Maurus. Gerühmt wird dabei vor allem der Gehorsam und die Demut des Maurus.
Aus diesen Gründen wurde er wahrscheinlich auch der Lieblingsschüler Benedikts und der Überlieferung zufolge dessen Nachfolger im Kloster Subiaco, als Benedikt auf den Montecassino übersiedelte.
Die Verehrung der Schüler unseres Ordensgründers erinnert an den Prolog der Ordensregel, in dem das Kloster explizit als Schule bezeichnet wird: „Wir wollen also eine Schule für den Dienst des Herrn gründen.“ (Prolog 45).
Diese Schule kann durchaus auch strengere Anforderungen stellen, die jedoch zur „Besserungen von Fehlern und zur Bewahrung der Liebe“ da sind.
Dieses Bewahren der Liebe, „conservatio caritatis“, also wortwörtlich das „Konservieren“ bzw. „die Aufbewahrung der Nächstenliebe“ – vielleicht ist dies ein kleiner Auftrag, den der Blick auf Maurus und Placidus uns für heute mitgibt.
Denn wie oft verflüchtigt sich die Nächstenliebe im Alltag ganz schnell. In diesem Sinne gehen wir tatsächlich oftmals (lebenslang) noch zur Schule…
Pater Simeon und alle Brüder vom Zion und von Tabgha wünschen Euch auf die Fürsprache der heiligen Maurus und Placidus den reichen Segen Gottes!
Und wir freuen uns, wenn Ihr mit uns um weitere Schülerinnen und Schüler besonders in den benediktinischen Gemeinschaften und Klöstern betet!