Josef – der Mann der schweigenden Hilfe
19. März 2026 | Jonas Trageser OSB| Impulse
Impuls zum Josefs-Fest (19. März 2026)
Mitten in die Österliche Bußzeit hinein feiern wir das Hochfest des heiligen Josef, des Bräutigams der Gottesmutter Maria. Wir unterbrechen bewusst die Fastenzeit, um den Mann des schweigenden Gehorsams und der Treue zu Gottes Auftrag zu würdigen und zu ehren.
In der heutigen Frömmigkeit spielt Josef nicht mehr die Rolle wie früher einmal. Als Kind und Jugendlicher kenne ich noch aus meiner Heimatgemeinde Bernbach die Josefs-Andachten und die damit verbundenen Josefs-Lieder: „Geht alle zu Josef, dem Vater der Armen…“ oder „Josef, Ernährer Jesu Christ“. Diese Lieder wurden dann mit großer Innigkeit gesungen.
Die Generation, die diese Frömmigkeit gepflegt hat, ist mittlerweile verstorben und so auch diese verehrende Praxis. Unsere Kirche ehrt ihn mit einem Hochfest.
Schauen wir auf den heiligen Josef im biblischen Kontext: Im Neuen Testament wird er 15-mal erwähnt, aber kein einziges Wort von ihm. Dennoch will uns dieser schweigsame Heilige einiges sagen. Er bewahrt Maria vor Schimpf und Schande, als sie schwanger wird, und steht treu an ihrer Seite. Er empfängt durch einen Engel die Botschaft: „Fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen“ und er tut es in Treue.
Alfred Delp charakterisiert treffend den heiligen Josef und bedenkt ihn geistlich:
„Josef, er ist der Mann am Rande, im Schatten.
Der Mann der schweigenden Hilfe.
Der Mann in dessen Leben dauernd Gott eingreift mit neuen Weisungen und Sendungen…
Er ist der Mann, der ging.
Das ist sein Gesetz: der dienstwillige Gehorsam.
Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein Geheimnis.“
Pater Jonas und alle Brüder aus Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Festtag!