Neue Kerzenkapelle in der Dormitio
14. Juni 2026 | Meldungen
Im Übergangsbereich zwischen Klausur und Kirche ist eine neue Kerzenkapelle entstanden. Mit der Pietà aus Kohlhagen im Sauerland als geistlichem Mittelpunkt bietet sie Pilgerinnen und Pilgern wieder die Möglichkeit, ihre Anliegen im Gebet und im Entzünden einer Kerze vor Gott zu bringen.
Ein neuer Gebetsort
Die Dormitio-Abtei hat einen neuen Gebetsort erhalten: Im Übergangsbereich zwischen Klausur und Kirche wurde eine kleine Kapelle eingerichtet, in der Pilgerinnen und Pilger wieder eine Kerze entzünden können. Seit der Sanierung der Krypta war dies aufgrund der dortigen Be- und Entlüftungsverhältnisse leider nicht mehr möglich. Mit dem wiederhergestellten Kerzen-Platz wird unsere Kirche als Pilgerort wieder etwas vollständiger.
Gestaltung und Ausstattung
Mittelpunkt der neuen Kapelle ist die Kopie der Pietà aus Kohlhagen im Sauerland, die Pfarrer Edgar Zorr der Dormitio vor vielen Jahren geschenkt hat und die lange Zeit in der Krypta aufgestellt war. Die Pietà ruht auf einer Säule aus sieben vertikalen Stahlplatten mit Zwischenräumen. Diese Siebenzahl erinnert an die sieben Schmerzen Mariens und bietet damit auch Beterinnen und Betern einen Anknüpfungspunkt für ihre eigenen Sorgen und Nöte.
Auf dem Fenstergesims befinden sich eine sandgefüllte Box für die Gebetskerzen sowie ein Vorrat an Kerzen und einen Opferstock. Die dort zuletzt eingesetzten Fensterbilder zum Buch Genesis wurden durch eine Onyx-Scheibe in warmen und leuchtenden Tönen ersetzt. Sie verleiht dem Raum eine ruhige Atmosphäre und schafft zugleich eine optische Verbindung zum Kirchenraum.
Geplant und entworfen haben die Kapelle und ihre Bestandteile unser „Baumönch“ Basilius und Ingenieur Alessandro Perugini. Die Arbeiten wurden von lokalen Bauunternehmern und Handwerkern ausgeführt, die vor Ort bei der Installation dann von unseren Hausmeistern unterstützt wurden.
Finanzielle Förderung
Ermöglicht wurde die Maßnahme durch einen großzügigen Zuschuss aus dem Kulturfonds des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst. Der gemeinsame Bezug auf die Pietà aus dem Sauerland unterstreicht die Verbundenheit zwischen Nordrhein-Westfalen und der Dormitio-Abtei, zwischen der Kirche in Deutschland und der Kirche hier im Heiligen Land.
Kerze und Gebet: Licht als Sprache der Seele
Eine Kerze zu entzünden, gehört zu den einfachsten und stärksten Ausdrucksformen christlichen Betens. In einer Kerze können Bitten, Hoffnungen, Sorgen, Dank oder Trauer vor Gott gebracht werden. Gerade dann, wenn Worte fehlen.
Bei uns auf dem Zionsberg, der für Christinnen und Christen aller Konfessionen ein Ort besonderer geistlicher Bedeutung ist, gewinnt diese Gebetsform eine besondere Tiefe. Hier bringen Pilgerinnen und Pilger aus aller Welt ihre Anliegen vor Gott und verbinden sie mit dem Gebet der Kirche. Denn der Zion ist nicht nur ein Ort der Erinnerung an die Ursprünge des Christentums und an den Heimgang Mariens, sondern auch ein Ort der Hoffnung: ein Zeichen zugleich für Gottes Verheißung und für die menschliche Sehnsucht nach Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden.
Wer hier eine Kerze entzündet, bringt sein persönliches Anliegen in die große Gebetsgeschichte dieses Ortes ein und setzt ein stilles Zeichen des Vertrauens auf Gottes Gegenwart und Begleitung.
Segnung und Öffnung
Am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, Freitag, 12. Juni 2026, haben wir die Kapelle im Rahmen des Mittagsgebets gesegnet. Seither steht sie den Besucherinnen und Besuchern der Abtei offen. Besonders Gruppen aus dem Erzbistum Paderborn, dem Sauerland und Nordrhein-Westfalen sind eingeladen, die neue Kerzenkapelle bei ihrem Besuch in Jerusalem kennenzulernen. Für Rückfragen und Besuchsanfragen stehen wir gerne zur Verfügung.