Der Mai – ein Marienmonat! Auf dem Zion, mitten in Jerusalem, steht nicht nur die große Basilika Dormitio Beatæ Mariæ Virginis, sondern im Garten des Dormitio-Klosters auch eine Mariensäule. Nun, die ca. zwei Meter hohe Säule mit der 50 cm kleinen Figur kann freilich nicht mit bekannten Mariensäulen in aller Welt konkurrieren, doch uns Mönchen ist sie lieb, die Säule und Maria, die Gottesmutter.
Die kleine Figur zeigt eine schwangere Frau. Als der Engel bei Maria in Nazaret war, sagte er zu ihr: „Siehe du wirst schwanger werden … Heiliger Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden“ (Lk 1,31ff).
Heiliger Geist! Mit der Kraft des Höchsten beginnt die biblische Geschichte Mariens. Und auch beim letzten biblischen Zeugnis mit Blick auf Maria ist vom Heiligen Geist die Rede: „Die Jünger verharrten einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu … Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war … kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen … und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt …“ (vgl. Apg 1-2).
Maria – Mutter des Herrn und Mutter der Kirche! In Ihrer Bereitschaft, sich ganz auf das Wirken Gottes einzulassen, ist Maria allen Gläubigen ein großes Vorbild. Jesus konnte im Leib Mariens heranwachsen, weil er längst in ihrem Herzen herangewachsen war. Dieser Gedanke findet sich schon beim Heiligen Augustinus, er betont die innige, geistliche Verbindung zwischen Maria und Gott.
Ihr gleich, im Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes mit all seinen guten Gaben lasst uns gerade jetzt, im Zugehen auf das Pfingstfest, unseren Glauben im Alltag leben.
Mit allen guten Wünschen, an diesem Sonntag besonders an alle Mütter, grüßen herzlich Pater Matthias und die Mönche der Abtei Dormitio aus Jerusalem und Tabgha.