Offen für Gottes Saat der Liebe bleiben

12. Juli 2026 | Efrem Stoś OSB| Impulse

Impuls zum 15. Sonntag im Jahreskreis und zum Benediktsfest

P. Efrem Stoś OSB
P. Efrem Stoś OSB

So wie Bauern trotz Steinen und Sand auf den Feldern jedes Jahr aufs Neue Saat aussäen, so richtet Gott, trotz unserer Schwächen, sein Wort und seine Liebe immer wieder voller Hoffnung an uns Menschen.

Wir selbst, unser Leben und unsere Entscheidungen sind das Ackerfeld. Der Sämann ist Gott, der in uns den Glauben an das Gute, den Glauben an uns selbst, den Glauben an die Liebe und an die Wahrheit sät. Man könnte also sagen, dass das heutige Evangelium nicht nur ein Gleichnis vom Sämann, sondern auch ein Gleichnis von dem Boden ist, auf den der Same fällt.

Manchmal kommen wir in eine Situation, in der wir nur Felsen und Hindernisse sehen. Dann überkommen uns Entmutigung und Enttäuschung. Vielleicht denken wir sogar: Gott, siehst du nicht, wie viele Steine, Schwierigkeiten und Probleme es in meinem Leben gibt? Könntest du mir nicht ein weniger felsiges Leben schenken, in dem ich mehr Hoffnung, Freude und Frieden sehen würde?

Dann tut es gut, sich an das heutige Gleichnis vom Acker zu erinnern. Egal, was passiert: Mein Leben ist immer ein ausreichend guter und geeigneter Boden für Gottes Liebe und seinen Segen.

Jeder von uns ist fruchtbarer Boden genug, um von Gott geliebt zu werden, Gottes Wort anzunehmen und es weiterzugeben – trotz aller Hindernisse und Sorgen im Leben.

Wenn es um die Schönheit, aber auch den Realismus unseres Lebens geht, ist der heilige Benedikt ein guter Lehrer. Wir haben gerade gestern sein Fest gefeiert. Den Benediktinern aus Indien, seinen Schülern, wird folgendes Gebet zugeschrieben:

Gott, lehre mich, Frieden zu suchen inmitten von Freude und Trauer, inmitten von freundlichen und steinharten Worten.
Hilf mir, mein Glück und meine Steine mit einem liebenden Herzen und liebenden Augen zu betrachten.
Schenke mir Geduld und Vertrauen beim Warten auf die Ernte meines Lebens.
Lass mich niemals die Steine unter meinen Füßen zählen, sondern immer frei und offen für die Saat Gottes des Guten, der Liebe und des Friedens bleiben. PAX

Pater Efrem und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und auf die Fürsprache des heiligen Benedikt eine gute Woche!