Ohne Vertrauen: kein Glaube an Gott
16. August 2026 | Efrem Stoś OSB| Impulse
Impuls zum 20. Sonntag im Jahreskreis
Die Geschichte der kanaanäischen Frau, ist eine Geschichte des Vertrauens. Man könnte sagen, dass Jesus und die Frau aus Kanaan durch alles getrennt waren. Sie trennten Kultur, Sprache, Tradition, Religion, Wissen und Interessen. Wie viele Hindernisse musste diese Frau in sich selbst überwinden, um auf Jesus zuzugehen? Sie musste ihre Zurückhaltung und Demütigung überwinden, um ihn um Hilfe zu bitten. Nur durch das Vertrauen kommt die kanaanäische Frau zu Jesus und ruft: Hab Erbarmen mit mir! Herr, hilf mir!
Die Apostel reagieren auf ihr Drängen und ihre Bitten entsprechend ihrem Wissen und ihrer menschlichen Sensibilität. Sie wollen diese nervige Frau einfach nur loswerden. Sie wollen ihre Ruhe haben, weil sie ihnen hinterherschreit!
Jesus erkennt in der kanaanäischen Frau jedoch mehr als nur ihr Beharren. Er sieht vor allem ihr Vertrauen. Das Vertrauen öffnet sein Herz und führt zu einem Wunder der Heilung. „Frau, sagt Jesus, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an wurde ihre Tochter geheilt.“
Auch wir brauchen mehr Vertrauen – sowohl untereinander als auch gegenüber Gott. Ohne Vertrauen gibt es keine glückliche Familie, keine Freundschaft, keine gute Zusammenarbeit, keinen inneren Frieden und keinen Glauben an Gott. Es ist daher kein Zufall, dass auf dem vielleicht bekanntesten Bildnis Jesu die Inschrift steht: „Jesus, ich vertraue auf dich.
Pater Efrem und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!