Pfingsten auf dem Zion (2025)

10. Juni 2025 | Meldungen

Pfingsten war auch in diesem weiterhin kriegsverschatteten Jahr 2025 ein wichtiges Fest in der Dormitio: Ein Fest des Friedens und der Begegnung. Ein ökumenisches Fest. Ein Fest der EINEN Kirche.

Osterkerze und Osterkreuz in der Dormitio-Basilika
Osterkerze und Osterkreuz in der Dormitio-Basilika | © Foto: Basilius Schiel OSB

Vergebung als Auftrag

Es sind die klaren Worte unseres Patriarchen, die immer wieder berühren. Umso mehr an Pfingsten, das Patriarch Pierbattista Kardinal Pizzaballa mit der Jerusalemer Ortskirche bei uns auf dem Zion gefeiert hat: Wie Gott am Beginn der Schöpfung dem Menschen Atem einbläst, damit er lebt, so bläst der Auferstandene Seinen Jüngern am Osterabend neuen Abend ein (vgl. Joh 20,22.23). Nicht, damit sie einfach leben, sondern damit auch sie auferstanden-leben. Beim ersten Menschen wurde die Erde, aus der er gemacht war, zum Leben erweckt. Im neuen, auferstandenen Menschen, verbinden sich Himmel und Erde im Heiligen Geist.

Und der Auftrag des Auferstandenen ist Vergebung!

Ohne Vergebung, so der Patriarch, keine Beziehung, keine Gemeinschaft, keine Kirche. Der Geist der Vergebung in der Kirche kann in die Welt reichen und wirken… Dieses zweite vom aktuellen Krieg umrahmte Pfingstfest wird so zu einem Auftrag zu Versöhnung und Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Frieden.

Die ganze Predigt des Kardinals kann im englischen Original auf der Website des Lateinschen Patriarchates nachlesen.

Ein buntes Fest

Vielsprachig und bunt war unsere Pfingstliturgie wieder: einheimische Christen ebenso wie einige Pilger und Expats, Ordensschwestern aus vielen verschiedenen Gemeinschaften und Kulturbereichen, Ordens- und Weltpriester.

Besonders haben wir uns gefreut, dass auch Fr. Bernard Poggi mit den Seminaristen des Lateinischen Priesterseminars wieder kam, dass sie die Liturgie als Ministranten und Kantoren maßgeblich mitgestaltet haben, und dass wie sie mit dem Kardinal auch zum Mittagessen bei uns zu Gast haben durften.

Unsere Gäste beim Mittagessen: Der Patriarch, die Seminaristen des Lateinischen Priesterseminars, die dort arbeitenden Schwestern und unsere Hausgäste.
Unsere Gäste beim Mittagessen: Der Patriarch, die Seminaristen des Lateinischen Priesterseminars, die dort arbeitenden Schwestern und unsere Hausgäste. | © Foto: Abraham Ungermann OSB obl.

Da auch die orthodoxen Christen heute ihr Pfingstfest feiern, durften wir im Anschluss an unseren Gottesdienst auch unsere äthiopischen Schwestern und Brüder zu ihrer traditionellen Pfingstliturgie in unserer Basilika begrüßen!

Das Geschenk der Ökumene

Und, natürlich, es hat Blüten geregnet: in Erinnerung an die Feuerzungen des Pfingsttages. Und auch als Sinnbild des neuen, befreiten, geisterfüllten Lebens im Glauben an die Auferstehung!

Und weil Pfingsten weitergeht, haben wir in schöner und wertvoller Tradition am Abend des Pfingstmontag zusammen mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern der Erlösergemeinde in unserer Basilika einen wunderbaren ökumenischen Pfingsgottesdienst gefeiert! Geleitet haben die Liturgie Propst Joachim Lenz und Abt Nikodemus, die beiden Kirchenmusiker Peter-Michael Seifried und Pater Simeon haben unserer kleinen und feinen Gottesdienstgemeinde den musikalischen Rahmen bereitet.

Nach dem Gottesdienst mit der feinsinnigen und aufweckenden Predigt unseres Propstes haben wir uns im Diwan noch zu Gebäck und Saft, zu Obst und Wein und wunderbaren Gesprächen zusammengesetzt (und -gestellt!).

„Der Geist des Herrn durchweht die Welt gewaltig und unbändig; wohin sein Feueratem fällt, wird Gottes Reich lebendig. Da schreitet Christus durch die Zeit in seiner Kirche Pilgerkleid, Gott lobend: Halleluja!”


Fotos vom Pfingstwochenende auf dem Zion