Sein Leben gering achten

7. September 2025 | Elias Pfiffi OSB| Impulse

Impuls zum 23. Sonntag im Jahreskreis

„Wenn jemand zu mir kommt und nicht [...] sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.“ (vgl. Lk 14,26)

P. Elias Pfiffi OSB
P. Elias Pfiffi OSB

Jesus provoziert. Sowohl die vielen, die ihn begleiteten als auch die vielen, die ihm auch heute nachfolgen wollen: „Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater, Mutter, Frau, Kinder usw. gering achtet, kann nicht mein Jünger sein.“

Den Vater geringachten – das heißt vielleicht übertragen auf die heutige Zeit: dem Erbe, dem Besitz und Eigentum oder allgemein der wirtschaftlichen Sicherheit nicht trauen. 

Die Mutter geringachten – das könnte bedeuten, die Heimat und das Umsorgt-Sein aufzugeben.

Frau, Kinder, Geschwister geringachten – das will vermutlich daran erinnern, dass auch dieses enge und dichte Beziehungsnetz mich letztlich nicht vollständig tragen kann. 

Mein eigenes Leben geringachten – ich werde mir bewusst, dass auch meine momentane Kraft, mein Vermögen an Gesundheit und Begabung nicht ausreichen kann.

Zusammengefasst: nichts kann mich total und hundertprozentig absichern.

Daher bleibt nur, das Kreuz meiner Ungesichertheit zu tragen. Nicht Jesu Kreuz, sondern mein Kreuz. Und das bedeutet meine persönliche Verwundung, mein Leiden am Leben und seiner Last zu tragen, durchzutragen. Ich stelle mich dem, was ist und halte meine Gegensätze aus, weiche meinen Spannungen und Fragen nicht aus und verdränge sie nicht.

Damit dies gelingt, dieses Aushalten der Unsicherheiten, dieser Mut zum Ungesichert-Sein, bedarf es jedoch einer realistischen Einschätzung meiner selbst. Denn auch ein Unternehmer muss sein eigenes Vermögen einschätzen, sonst scheitert das Vorhaben. Ein Heerführer muss um seine Stärke wissen, sonst verliert er und opfert umsonst das Leben der Anderen.

Jesus bietet an, dass er mein Vermögen, meine ganze Stärke, meine Sicherheit sein kann. Das Kabel zu diesem Akku, zu dieser Ladestation wäre mein Vertrauen – mein Zutrauen zu IHM.

Pater Elias und alle Brüder auf dem Zion und am See Genezareth wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche!