SEINE königliche Macht in der Ohnmacht des Kreuzes

23. November 2025 | Simeon Gloger OSB| Impulse

Impuls zum Christkönigsfest (23. November 2025)

P. Simeon Gloger OSB
P. Simeon Gloger OSB

Vor genau 50 Jahren, zur 50-Jahr-Feier des Christkönigsfestes 1975, schrieb der Benediktinerpater Vinzenz Stebler das Lied Christus, du Herrscher Himmels und der Erde, das heute auch im Gotteslobes zu finden ist (Nr. 370).

Es setzt gleich zu Beginn mit großen Worten wie „Reiche“, „Throne“, „Herren“ und „Hoheit“ den Gottessohn in die gewaltige Szenerie eines Weltenherrschers, der das ganze Universum umfasst, Raum und Zeit.

In einem Kommentar zu diesem Lied ist zu lesen, dass der Text ganz „in der Bildlichkeit der alten Monarchien gefangen“ bleibt und ihm etwas „Vormodernes“ anhaftet, das sich „kaum noch irgendwo anwenden lässt“…

Dabei macht doch auch eine Strophe wie „keiner der Großen kann mit dir sich messen“ deutlich, dass hier ein König gefeiert wird, dessen Königtum ganz anders ist als es die Menschen seiner und auch unserer Zeit von Herrschenden erwarten. Hier zeigt sich die Aktualität des heutigen Festes: Erhofft und ersehnt werden starke Helden, Meinungsführer, schlagkräftige Anführer, die sich nicht scheuen, den Worten Taten folgen zu lassen und die ihre Ansprüche mit allen Mitteln durchzusetzen versuchen.

Doch mit Christus feiern wir einen König, der nicht zuerst auf sein eigenes Image schaut, der seine Gegner nicht diskreditiert, der sich nicht zuerst selbst zu retten sucht.

Kann man sich auf diese Herrschaft einlassen? Sind wir bereit uns demjenigen anzuvertrauen, der seine Macht in der Ohnmacht des Kreuzes zeigt? Und wie gehen wir dann selbst mit der Macht um, die wir über andere haben?

Pater Simeon und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Christkönigs-Sonntag!

Und insbesondere beten wir heute mit und für unsere Sisters in Tabgha, die mit "Christ the King" das Patronatsfest ihrer Kongregation feiern!