Aus dem Gefängnis heraus stellt Johannes der Täufer eine Frage, die uns vielleicht überraschend erscheint: „Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ (Mt 11,3).
Könnte es sein, dass Johannes der Täufer, der sein ganzes Leben der Vorbereitung der Welt auf das Kommen Jesu gewidmet hatte, nun Zweifel an ihm bekommen hatte? Hatte Johannes der Täufer in diesem entscheidenden Moment der Mission Jesu aufgehört, an ihn zu glauben?
Es ist völlig normal und sehr menschlich, dass Gefangenschaft, Leid oder einfach eine schwierige Lebenssituation Fragen aufwerfen können: Wo ist Gott, wenn ich leide? Ist Jesus, an den ich glaube, wirklich ein allmächtiger Gott? Ist Gott gut? …
Jesus kennt und versteht die Situation von Johannes dem Täufer. Deshalb ist er nicht überrascht von der Frage, mit der die Jünger des Johannes zu ihm kommen. Er antwortete ihnen: „Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht”, (Mt 11,4). – Mit anderen Worten: Er wies seine Jünger an, Johannes mehr über sich zu erzählen.
Um Gott in jeder Situation unseres Lebens aufzunehmen – in Gesundheit und Krankheit, in Glück und Unglück, an sonnigen und an stürmischen Tagen – ist es notwendig, sich zu bemühen, ihn in seinen Worten und in seinen Taten immer besser kennenzulernen.
Deshalb ermutigt uns die Adventszeit nicht nur zum Warten und zur Wachsamkeit, sondern auch, Jesus durch das Evangelium näher zu kommen. Und so Ihn dem Weg zu unserem Leben zu ebnen.
Pater Efrem und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Dritten Adventssonntag!