Von der besonderen Schönheit Mariens
9. Dezember 2024 | Efrem Stoś OSB| Impulse
Impuls am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria
Christen waren schon immer von Marias besonderer Rolle in Gottes Erlösungsplan überzeugt. Sie verehrten sie und dachten über ihr Leben nach, denn „sie war uns ganz ähnlich, aber gleichzeitig war sie ganz anders als wir.“
Deshalb schreibt der heilige Ephrem, der Dichter der Geheimnisse Gottes:
„Keiner weiß, wie man deine Mutter nennen soll, Herr!
Jemand wird sie 'Jungfrau' nennen,
aber es ist ein Kind bei ihr;
Jemand wird sagen, sie sei die Mutter Gottes,
aber kann der Schöpfer geboren werden …?
Wer kann das verstehen?
Maria ist zu groß, um in Worte gefasst zu werden.“
Eines dieser wundersamen Geheimnisse Marias ist ihre Unbefleckte Empfängnis. Marias Reinheit ist nach Meinung der Kirchenväter ein Privileg, das ihr aufgrund der Gottesmutterschaft zuteilwurde. Denn Gott wollte nicht an einem Ort geboren werden, der von irgendeiner Sünde berührt wurde.
Deshalb vergleicht der heilige Kyrill von Alexandria Maria mit dem Haus, das Gott für sich selbst bereitet hat, und sagt: „Hat man jemals jemanden gesehen, der ein Haus für sich selbst baut und es zuerst seinem größten Feind überlässt? ... Maria, wegen Gott (propter honorem Christi), den sie in die Welt gebracht hat, ist Ihm gleich in ihrer völligen Freiheit von Sünde.“ Der heilige Ephrem, die Harfe Mariens, fügt poetisch hinzu:
„Nur Du, Herr, und Deine Mutter, allein sind in jeder Hinsicht schön.
Denn in dir, Herr, gibt es keinen Makel.
Und auch an deiner Mutter gibt es keinen Makel.
Außer euch beiden gibt es niemanden, der so sein kann wie ihr.“
Das bedeutet nicht, dass das Geheimnis der Unbefleckten Empfängnis Maria mit Gott gleichsetzt, sondern es offenbart uns die ganze Macht und Liebe Gottes, für den nichts unmöglich ist. „Denn ein Wunder ist deine Mutter, o Herr, – nicht Gott!“ (Hl. Ephrem)
Pater Efrem und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Festtag!