Von der Hand, die an die eigene Brust schlägt und nicht auf den Anderen zeigt

6. April 2025 | Zacharias Schmitz OSB| Impulse

Impuls zum Fünften Fastensonntag

P. Zacharias Schmitz OSB
P. Zacharias Schmitz OSB

Noch eine Woche trennt uns vom Palmsonntag und der Karwoche. Aber meine Gedanken kreisen heute, dem 5. Fastensonntag, um die Ehebrecherin im Evangelium nach Johannes. Ihre Ankläger, Schriftgelehrte und Pharisäer, haben diese Frau auf frischer Tat ertappt und bringen sie zu Jesus, um ihm eine Falle zu stellen.

Bischof Kamphaus weist in seiner Predigt zu diesem Evangelium auf eine Handbewegung hin, die wir alle kennen: Wenn ich mit dem Finger auf andere zeige, richten sich drei Finger auf mich selbst.– Die Ankläger zeigen auf die Sünderin, sie übersehen die Finger, die auf sie selbst weisen.

Jesus lässt sich Zeit mit einer Antwort. Doch die Ankläger insistieren: Moses hat uns geboten, die Ehebrecherin zu steinigen. Was sagst du? – Nach einer spannenden Atempause antwortet Jesus: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie!“

Die Ankläger werden angehalten auf ihre Hand zu schauen, aber nicht auf ihren Zeigefinger, sondern auf die Finger, die auf die Ankläger selbst weisen. Werden sie lernen, mit ihrer Hand auf die eigene Brust zu schlagen? Einer nach dem anderen schleicht sich davon. Ob dies ein Zeichen ihrer Umkehr ist, bleibt offen.

Für uns kann dieses Evangelium eine Einladung werden für meinen, unseren Weg zum Osterfest: Wenn Du auf die Anderen zeigen willst, schau auf Deine Hand, unterlass das Zeigen auf andere und schlag an die eigene Brust!

Pater Zacharias und alle Brüder in Tabgha und Jerusalem wünschen Euch einen gesegneten Fünften Fastensonntag, eine gute Woche und eine segensreiche und erfüllte weitere Wegstrecke auf Ostern hin!