Von Jesus erzählen bedeutet: Bekenntnis geben

26. Januar 2025 | Elias Pfiffi OSB| Impulse

Impuls zum 3. Sonntag im Jahreskreis

P. Elias Pfiffi OSB
P. Elias Pfiffi OSB

Als einziger der Evangelisten stellt Lukas seinem Evangelium eine Widmung voran, in der er aber auch Rechenschaft darüber abgibt, was seine Absicht und sein Interesse sind. Er hat sorgfältig die Quellen studiert und möchte einen möglichst genauen Ablauf der Geschichte von Jesus Christus vorlegen. Auch die Traditionen hat er sorgfältig recherchiert und will im Stil der griechischen Geschichtsschreibung den vorhandenen Überlieferungsstoff in der richtigen Reihenfolge aufschreiben. Schon in den ersten Sätzen merkt man Lukas seinen hohen historischen Anspruch und seine Ernsthaftigkeit an.

Aber trotzdem ist sein Bericht ein Bekenntnis. Keiner kann distanziert über Jesus Christus und das Wirken des Hl. Geistes berichten, auch nicht der Historiker Lukas. Für ihn ist Geschichte hier vor allem Heilsgeschichte, so wie sie auch schon im Alten Testament verstanden wird. Die Vergangenheit bildet die Basis, auf der man in der Gegenwart lebt und die Verheißungen schenken Hoffnung und Perspektiven, für die es sich zu leben lohnt.

Schon von Beginn an macht der Evangelist Lukas klar: in Jesus Christus haben sich die Verheißungen an das Volk Israel erfüllt. Er ist der Messias. In ihm und mit ihm hat sich das Schriftwort des Propheten Jesaja erfüllt. Wahrscheinlich hat der Prophet Jesaja, als er diese Verheißung niederschrieb, nicht konkret an Jesus, den Sohn des Josef und der Maria aus Nazareth gedacht. Aber er wusste um den Charakter und die Handschrift Gottes. Hoffnung und Heil, Barmherzigkeit und Befreiung – für alle, die in Armut sind und gefangen.

Pater Elias und alle Brüder in Tabgha und in Jerusalem wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!