Wach sein für das große Glück, das Gott uns zusagt

16. Februar 2025 | Matthias J. Karl OSB| Impulse

Impuls zum 6. Sonntag im Jahreskreis

P. Matthias J. Karl OSB
P. Matthias J. Karl OSB

Es gibt schon sehr verstörende Verse in der Heiligen Schrift. Mindestens zwei werden an diesem Sonntag im Gottesdienst vorgelesen: „Verflucht der Mensch, der auf Menschen vertraut …“ Worte aus dem Buch des Propheten Jeremia (Jer 17,5a). Und aus dem Munde Jesu nach dem Lukasevangelium: „Weh, wenn euch alle Menschen loben.“ (Lk 6,26a)

Vielleicht ein Übersetzungsfehler? Nein! Wie sollen wir das verstehen? Zählt menschliches Miteinander nicht mehr?

Sowohl für Jeremia, wie auch für Jesus zählt menschliche Zuneigung, Füreinander und Zärtlichkeit, zählt Liebe und Wohlwollen. Doch beide wollen uns helfen, dass wir den rechten Blick bewahren, die Augen offenhalten und über diese Welt hinausschauen. Menschliche Nähe tut gut, erst recht, wenn Vertrauen herrscht und wir einander das Lebensglück gönnen.

Es geht um mehr als den Blick auf den Menschen, auf das, was er hat, und auf das, was er kann – es geht um das Lebensglück aller Menschen, um das unbeschreibliche Glück, das weit über diese Welt hinausreicht und Gott uns schenkt. Zu diesem weiten Blick wollen uns Jeremia und Jesus mit ihren – zugegeben – verstörenden Worten provozieren.

Es zeichnet uns gläubige Menschen aus, ganz in dieser Welt zu sein, doch immer auch darum zu wissen, dass diese Welt nicht alles ist. Wir Christen leben auf die Erfüllung einer wunderbaren Verheißung hin. Lebensglück auf Erden ist da nur ein leichter Vorgeschmack!

Pater Matthias und alle Brüder in Tabgha und in Jerusalem wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche im Vertrauen auf Gottes gute Verheißung!