Weil wir auf den Himmel hoffen...

28. September 2025 | Zacharias Schmitz OSB| Impulse

Impuls zum 26. Sonntag im Jahreskreis

P. Zacharias Schmitz OSB
P. Zacharias Schmitz OSB

Ein Rabbi wird gefragt: „Warum ist das so, dass ein Armer eher freundlich ist und hilft als ein Reicher? Der sieht einen nicht einmal. Was ist das nur mit dem Geld?“ – Der Rabbi antwortet: „Tritt ans Fenster! Was siehst du?“ „Ich sehe eine Frau mit einem Kind an der Hand. Ich sehe einen Wagen, er fährt zum Markt. Ich sehe viele Leute unterwegs.“ – Der Rabbi nimmt ihn mit vor einen Spiegel. „Was siehst du jetzt?“ „Jetzt sehe ich mich“ – Darauf der Rabbi: „Siehst du, das Fenster ist aus Glas wie der Spiegel. Aber kaum legt man bisschen Silber unter, schon siehst du nur noch dich selbst.“

Im Evangelium zum 26. Sonntag im Jahreskreis, (Lk 16,19-31), erzählt Jesus die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus vor seiner Tür. Beide sterben, der arme Lazarus wird von den Engeln in Abrahams Schoß getragen, der Reiche landet in der Unterwelt und leidet große Schmerzen.

Jesus will uns sicher nicht lehren: Wenn es hier in dieser Welt so ist, die Reichen werden reicher, die Armen immer ärmer, aber das Blatt wird sich wenden: am Ende der Zeit wird der Arme in den Himmel aufgenommen, der Reiche landet in der Hölle.

Jesus hat die Armen seiner Zeit nicht aufs Jenseits vertröstet, er hat Kranke schon jetzt geheilt, Aussätzige berührt und in die Gemeinschaft aufgenommen. Er hat sich mit Sündern und Zöllnern an einen Tisch gesetzt. Er hat ihnen schon jetzt Anerkennung, Achtung und ihre Würde geschenkt.

Weil Christen den Himmel erhoffen, setzen sie sich ein für das Lebensrecht aller, vom Anfang ihres Lebens bis zum Tod.

Pater Zacharias und alle Brüder in Tabgha und Jerusalem wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche im Zeichen unserer Hoffnung auf den Himmel, die erdet und verbindet!