Wer hat die Gedanken des Herrn erkannt?

23. August 2026 | Jonas Trageser OSB| Impulse

Impuls zum 21. Sonntag im Jahreskreis

P. Jonas Trageser OSB
P. Jonas Trageser OSB

Die Liturgie dieses Sonntags ist erfüllt von großartigen Schrifttexten, die uns bewegen, beleben und erneuern möchten im Geiste Jesu Christi und seiner Jünger, näher hin heute des Völkerapostels Paulus.

Die Perikope des Römerbriefes spricht mich besonders an. Aus diesem Hymnus greife ich ein paar Akzente heraus. In diesen Gedanken klingt in mir die großartige Vertonung des Oratoriums Paulus von Felix Mendelssohn-Bartholdys mit, vgl.z.B.: Link zu Youtube.

Schon der Auftakt lässt aufhorchen: „O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“ Dieses erste Wort aus der Lesung des Römerbriefes taucht in der Bibel nur hier auf. Es lässt sich mit einem gedehnten, staunenden Ohh und mit dem Anglizismus Wow übersetzen. Paulus wird die Treue zu seinem auserwählten Volk Israel klar.

„Wer hat die Gedanken des Herrn erkannt? Wer ist sein Berater gewesen, Wem muss Gott etwas zurückgeben?“ Paulus gerät ins Schwärmen. Und die Antwort erübrigt sich: niemand! Der bekannte Spruch, „die Wege des Herrn sind unerforschlich“, hat sicher hier seinen Ursprung. Und er wirkt in der Tat weise. Paulus hat seinen Weg gefunden und das will er seinen Adressaten und uns mitteilen.

„Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung“ gerichtet und damit jeder einzelne Mensch. Mit anderen Worten: Man kann Gott ignorieren oder ihn gar verachten; ihm entkommen kann man nicht. Wer dies erkannt und es sich-ganz im biblischen Sinn zu Eigen gemacht hat, der wird von Gott nicht mehr lassen können.

Pater Jonas und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag!