Wovon fließt Dein Herz über?

2. März 2025 | Basilius Schiel OSB| Impulse

Impuls zum 8. Sonntag im Jahreskreis

P. Basilius Schiel OSB
P. Basilius Schiel OSB

Worte und Sätze, geschrieben und gesprochen, füllen unsere Tage. Besonders in den Medien wogt eine ganze Wort-Flut: Traurige und tragische Nachrichten zwischen Krieg und Umwelt, über Hass und Gewalt, voller wirtschaftlicher, sozialer, existentieller Nöte und Sorgen. Großspurige Erklärungen, Fake-News und Lügen. – Nimmt man vor diesem Hintergrund den Schluss des heutigen Evangeliums als Maßstab, kann einem angst und bange werden: „Denn wovon das Herz überfließt, davon spricht sein Mund“ (Lk 6,45b).

Was sagen die Nachrichten dieser Tage, die Erklärungen der Politiker, die Interviews der Zeitgenossen demnach über deren und unsere Herzen aus? Was ist wirklich in den Herzen unserer Zeit drin, was fließt da über?

Keine Frage: Es gibt viele berechtigte Fragen und Sorgen der Menschen, die sie sehr beschäftigen, und über die auch gesprochen werden muss. – Als Christen dürfen wir dann zugleich einen Schritt zurück und einen Schritt nach vorne gehen: Einen Schritt zurück, weil auch all die Sorgen und Nöte der Welt nicht das Licht unserer Hoffnung auslöschen können. Im Geist Christi müssen wir uns nicht unter die Betten und Scheffel der Ängste und Paniken drücken lassen (vgl. Lk 11,33). Unser Licht will leuchten! – Und einen Schritt nach vorne, weil wir in der Liebe Jesu die Ängste und Paniken, die Wunden und Brüche der Menschen ernst nehmen und sie mittragen, in Trost und Nähe, in Liebe und Hoffnung!

Wir stehen kurz vor der Fastenzeit: 40 Tage, in denen wir unsere persönlichen und gemeinschaftlichen Herzen intensiver anschauen und in sie hineinhören können. 40 Tage, in denen wir im Wissen um Jesu Kreuz und Seinen Ostermorgen auch manches wieder aus unseren Herzen hinauswerfen können. – Damit das, wovon unsere Herzen überlaufen und wovon unser Mund und unser Leben sprechen, erzählen vom neuen Leben im Geist unseres gekreuzigt-auferstandenen Bruders, Herrn und Erlösers Jesus Christus!

Pater Basilius und die Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Sonntag, frohe Tage bis zum Aschermittwoch und hilfreiche Tage danach!