Zeit der Stärkung der geistlichen Kräfte in uns
22. Februar 2026 | Efrem Stoś OSB| Impulse
Impuls zum 1. Fastensonntag 2026
Dionysius Areopagita sagt, dass jedes wichtige Ereignis im religiösen Leben zunächst mit einer Konfrontation mit Illusionen verbunden ist, die unseren Zugang zur Wahrheit behindern. Vielleicht beginnt die Fastenzeit deshalb mit dem Berg der Versuchung, wo deutlich zu erkennen ist, dass die Versuchung den Menschen immer belügen will. Es liegt in der Natur der Versuchung, dass sie nie die Wahrheit sagt.
Jesus wurde ebenfalls dreimal durch Illusionen in Versuchung geführt. Zuerst sagt der Teufel: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Auch heute kann es passieren, dass manche Menschen versuchen, aus völlig nutzlosen Dingen Nahrung zu machen. Doch aus diesen Bemühungen wird nie etwas. Hunger bleibt Hunger. Steine kann man nicht essen.
Als Nächstes schlägt der Versucher vor: das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Wie viele von uns haben diese Stimme mindestens einmal in unserem Leben in sich gehört. Und manchmal verbeugt sich ein Mensch hier und da, um mehr Respekt zu bekommen, um schneller etwas zu erreichen oder um mehr Ruhe zu haben.
Und die dritte Versuchung: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab. Klingt das nicht auch für mich manchmal attraktiv? Stürze dich hinab. Schau nicht zurück. Mach dir keine Sorgen um andere – dir kann nichts passieren. Du bist das Wichtigste. Also stürze dich in den Abgrund der Arbeit, deiner eigenen Wünsche oder Pläne, denn nichts anderes ist wichtig.
Die Fastenzeit ist nicht so sehr eine Zeit des Verzichts, sondern vor allem eine Zeit der Stärkung der geistlichen Kräfte in uns selbst, um das Gute zu wählen und die Versuchungen oder Illusionen durch die Kraft des Glaubens zu überwinden.
Pater Efrem und alle Brüder in Tabgha und Jerusalem wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und Gottes Kraft auf dem Weg des Glaubens!