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Impulse


Weil die Hoffnung stärker und heller ist

Das Atrium in Tabgha ist fast wieder fertig. Es füllt sich langsam wieder mit Leben. Der Klosterladen ist schon seit ein paar Tagen wieder aktiv. Nach der Einweihung (Sonntag, 12. Februar 2017) werden auch Klosterpforte/Pilgerbüro und Diwan wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Es waren keine einfachen 20 Monate für uns Mönche und die Schwestern, für unsere Volontäre und Mitarbeiter. Aber auch diese Strecke eines manchmal beschwerlichen Weges haben wir geschafft. Mit der Hilfe und Freundschaft Vieler von außen, durch gegenseitiges Stützen und Tragen, nicht zuletzt durch eine Hoffnung von Innen.

Denn dieser besondere Ort ist uns anvertraut, damit wir eine Botschaft verkünden. Durch unser Beten und Arbeiten. Durch unser Hiersein. Tabgha ist nicht die berühmte Stadt auf dem Berg. Aber es kann doch leuchten. So wie das erneuerte Atrium. So wie jeder von uns, der Christus, dem Licht der Welt, erlaubt, dass Er in ihr/in ihm ein Licht anzündet.

Die Welt und die Menschen brauchen diese Hoffnung, die aus diesem Licht kommt...

Licht und Leben

„Seht, der Herr wird kommen und alle Heiligen mit ihm. Ein großes Licht wird aufstrahlen an jenem Tag” (vgl. Sach 14, 5.7). – Der Eröffnungsvers der Messfeier an diesem Dienstag der 3. Adventswoche scheint nur auf den ersten Blick nicht zu passen: Hell und licht ist es heute im Heiligen Land nicht. Es regnet, es donnert, es ist kalt.

Und doch sind es genau diese Wolken, die über uns ziehen und die sich über uns ausregnen, die wieder mehr Licht und Segen bringen können: Denn diese Regentropfen spülen das Land und reinigen es, tränken und sättigen es wieder, damit neues Leben sprießen und wachsen kann.

Vielleicht geht es auch unserem eigenen Leben manchmal so: Es braucht Tropfen, Tränen, die reinigen und spülen, die zugleich aber auch den Boden für Neues bereiten. In dieser Erwartung wollen wir weiter auf das Fest der Menschwerdung unseres Herrn weitergehen. Denn ER ist unser Licht und Leben.

Neu-Orientierung

Die Tage des Adventes markieren irgendwie den Übergang vom Herbst zum Winter. Das ist im Heiligen Land natürlich etwas anders. Und doch verschiebt sich vieles. Es wird früher, sehr viel früher dunkel. Und die Erwartung auf den heilsamen und heilenden Regen aus dem Himmel wächst.

Nach einem wieder heißen und trockenen Sommer geht der Blick nach vorne, muss nach vorne gehen. Denn ohne die Hoffnung, dass es besser werden kann, fehlt auch uns die Kraft, das Unsrige dazu zu tun. - "Tauet Himmel, den Gerechten", singen wir in diesen Tagen. Richten wir also unseren Blick neu auf den Himmel: Den physischen, dass er uns ganz konkret Regen bringe. Und den geistlichen, von dem wir in Glauben und Vertrauen Heil und Heilung erwarten dürfen.

Netzwerke

Auch Klöster und Mönche kommen im Jahr 2016 kaum noch ohne Vernetzungen aus – falls das je anders war. Bei allen Möglichkeiten zur Vernetzung, die uns die moderne Welt bietet, ist freilich der Durchblick nicht immer einfach und die Gefahr, sich zu verfangen, ist durchaus gegeben.

Ein einzigartiges Netzwerk bieten uns Mönche die uralten Psalmen: Sie helfen uns mehrmals am Tag, uns neu in das Netz mit unseren Brüdern und unseren Mitmenschen und vor allem mit Gott, dem Herrn, neu einzubinden.

"Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer." (Mk 12,32f)

Den Blick auf den HERRN gerichtet und durch IHN auf unseren Nächsten; das ist die Richtung der Fußwaschung und des Gartens, des Kreuzes und des Leeren Grabes. Gehen wir weiter auf dem Weg nach Ostern!

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