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Heute Mönch sein


Feier der Osternacht 2015 in Tabgha

Eine Wette auf Gott

Was das Leben als Mönch vielleicht am ehesten von anderen Lebensentwürfen unterscheidet, ist, dass es gleichsam wettet, dass es Gott gibt. Dabei ist Gott und sein Wirken nicht nur eine Frage des Jenseits. Für den Mönch ist die Existenz Gottes ebenso sicher wie Gottes Wirken in dieser Welt. Der Mönch richtet sein Leben schon in dieser Welt so aus, als sei es das Leben in der Ewigkeit. Der Mönch bemüht sich, immer in Gottes Gegenwart zu leben. Deshalb ist sein Leben ein Gleichklang aus Gebet und Arbeit. Er lebt, er betet, er arbeitet, er liest,

„damit Gott in allem verherrlicht werde“
(RB 57,9)

Liturgie

Die Feier des Gottesdienstes ist der Drehpunkt einer benediktinischen Gemeinschaft. Die tägliche Eucharistiefeier und das Gotteslob in der Feier des Stundengebets strukturieren unser Leben an Sonn- und Festtagen genauso wie an Werk- und Arbeitstagen.

Der Gottesdienst einer Mönchsfamilie ist immer auch stellvertretendes Gebet für jene, die nicht oder nicht mehr beten können oder wollen. Für uns Mönche im Heiligen Land gilt das besonders für das Gebet um Frieden und Versöhnung, denn wir leben hier in einer Welt, die von jahrtausendealten Konflikten und immer wieder neu aufbrechender Gewalt geprägt ist.

Ora et labora et lege

Wer als Benediktiner lebt, versucht, Einseitigkeiten zu vermeiden: Es gibt Zeiten und Räume des Gebetes und der Arbeit. Das gemeinsame Gebet und das Gebet des Einzelnen. Zeiten des Schweigens und Zeiten des Redens. Besonders durch die Gebetszeiten bekommt unser Leben Tag für Tag einen Rhythmus, in den man sich als Mönch einschwingen kann. Durch dieses Gleichmaß unserer Lebensstrukturen entstehen Räume, in denen wir offen und frei für die Begegnung mit Gott uns unserem Nächsten werden können.

In Gemeinschaft

Eine Eigenart des benediktinischen Mönchtums ist es, dass zwar am Beginn die Berufung des Einzelnen in der Hingabe an Gott steht. Dass aber die Umsetzung in der benediktinischen Spiritualität nur in der Gemeinschaft vorstellbar ist. Es braucht die Brüder, die mich in Fehlern korrigieren, die mich in Schwächen tragen und stützen, die mit ihren Fähigkeiten und Talente die meinen ergänzen, damit alle den Weg des Lebens finden können.

Doch dieses Bestreben bleibt nicht auf die eigene Gemeinschaft beschränkt. Benediktinische Klöster wirken stets nach außen. Unser Engagement in der Friedens- und Sozialarbeit, im ökumenischen und im interreligiösen Gespräch, in Wissenschaft und Kultur hat hier seinen Ort.

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