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Alle Blogbeiträge von Martina

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Toda und Schukran (Danke)

Über den Wolken Nach Ostern war ich vorerst für ein letztes Mal in Galiläa. Die letzten zwei Tage verbrachte ich aber in Jerusalem. Ich war in der Altstadt unterwegs, kaufte ein paar letzte Souvenirs und war beim Stundengebet dabei. Am Sonntag war es dann soweit: ein letztes Mal in den Gottesdienst in der Dormitio-Basilika, ein letztes Mal singen, bevor um kurz nach 12 Uhr das Scherut kommt und mich zum Flughafen bringt. Als das Scherut Jerusalem verließ hatte ich Tränen in den Augen. Es war ein seltsames Gefühl, wie etwas, das so selbstverständlich geworden war, auf einmal vorbei sein konnte. Dann der Blick aus dem Flugzeugfenster auf die Küste Israels, an der entlang wir nach Norden flogen. Ich erkannte neben Tel Aviv auch Haifa und Akko und konnte bis zum Hermon sehen. Damit war das Studienjahr und diese Zeit hier im Land endgültig vorbei. Wann komm ich wohl wieder hierher? Wie wird es mir zu Hause gehen?

Ich möchte mich bei Dir bedanken, dass Du kontinuierlich oder sporadisch über den Blog unsere Zeit in Jerusalem und im Heiligen Land verfolgt hast. Die Studenten des 41. Studienjahres wurden letzte Woche ausgewählt. Bald werden Sie die Nachricht erhalten, mit dem Flug buchen und planen beginnen und dann wird ihre Geschichte hier weitererzählt. Schau einfach immer wieder vorbei.

Herzliche Grüße aus München und Lehitraot

Deine
Martina

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Karwoche und Ostern

Der Gottesdienst der Äthiopier auf dem Dach der Grabeskirche Im April 2014 kam es in Jerusalem besonders dicke. Es trafen dieses Jahr nicht nur der ostkirchliche und der westkirchliche Ostertermin auf ein Datum, sondern in die gleiche Woche fiel Pessach, das höchste Wallfahrtsfest im Judentum. In dieser Woche gedenken die Juden dem Auszug aus Ägypten. Viele verbringen die Feiertage bei ihrer Familie und noch mehr kommen nach Jerusalem, denn einmal täglich wird an der Klagemauer der Kohanim-Segen (priesterliche Segen) gespendet. Der Höhepunkt wurde an Karfreitag und Karsamstag (gleichzeitig Schabbat) erreicht. An diesen Tagen konnte man nicht mehr beliebige Wege durch die Altstadt gehen, sondern die Polizei regelte die Massen durch einen großen Kreisverkehr und weiträumige Absperrungen.

Hier möchte ich nur von ein paar besonderen Momenten in der Zeit erzählen: Am Gründonnerstag war ich bei den Äthiopiern auf dem Dach der Grabeskirche. Es war ein beeindruckendes Bild. Fast den ganzen Tag waren dort oben weißgekleidete Menschen, die sich lange auf diese Zeit in Jerusalem vorbereit hatten. Ich habe mich eine Zeit lang mit einer äthiopischen Christin aus London unterhalten. Nur eins werde ich nicht – ein Fan von dem dort verwendeten Weihrauch.
Am Karfreitag haben wir in der Liturgie in der Dormitio die Passion des Johannes nach Heinrich Schütz aufgeführt. Wir hatten nicht viel Zeit zu üben, aber das Ergebnis konnte sich hören lassen.
Und dann der Ostersonntag. Um 3 Uhr begann die Osternacht auf dem Zion. Im Laufe der Feierlichkeiten sollten mehrere Dinge/Menschen umkippen. Alles begann mit dem Osterfeuer vor der Kirche, dann erwischte es einen Ministranten und wenig später wurde einer Schola-Sängerin schwarz vor Augen. Im Kirchenschiff versetzte derweil ein verirrter Falter mehrere Reihen in Aufregung. Trotzdem war es ein schöner Gottesdienst und spätestens durch das Osterfrühstück wurden alle wieder fit.

Die Sängerinnen und Sänger der Passion

Die Dormitio-Basilika zu Ostern In der Grabeskirche

Vor dem Hochamt ging ich mit ein paar anderen in die Grabeskirche. Zum ersten Mal seit Tagen kamen wir ohne Anstehen und Platzangst hinein. Am Grab feierten gerade die Armenier. Es war für mich ein besonderer Moment in der Kirche, die ich zu vielen Tages- und Nachtzeiten jetzt erlebt hatte. Ich habe an diesem Vormittag eine Ahnung davon bekommen, was dieser Ort auch für mich bedeuten kann. Trotz der vielen Schichten Geschichte, die hier zwischen mir und diesem Jesus von Nazareth liegen. Abgerundet wurde der Ostertag durch das Festessen im Beit Josef, bei dem sich unsere Köche selbst übertrafen.

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Zum Schluss

Ökumenischer Gottesdienst Meine letzten Wochen in Jerusalem waren so voll, dass ich erst jetzt dazu komme, Euch zu schreiben. Der Reflexionstag in Bet Gamal, unser Abschlussfest auf dem Zion, Ostern, Besuch, Abschied nehmen von einem Land, von einer Stadt, von dem Ort und den Menschen, die mir in 8 Monaten zur Heimat geworden sind.

Unser Abschlussfest

So wie das Studienjahr begann, endete es auch mit einem ökumenischen Gottesdienst. Dabei waren die Menschen, die uns in den vergangenen Monaten begleitet haben: die „Bewohner“ des Zions, Mentoren, Dozenten, Freundinnen und Freunde von uns. Wie Weihrauch ließen wir unseren Dank und unsere Bitte nach oben steigen in Wort und Gesang.
Abends gab es ein europäisch-orientalisches Buffet, für uns und unsere Gäste. Auf verschiedene Weise ließen wir die acht Monate revuepassieren: Bilder, Anekdoten, … Jörg stellte einen tollen Film über unsere „Pilgerreise ins Heilige Land“ zusammen.
Die Studienleitung machte sich in ihrer Einlage darüber Gedanken, wie man einen Besuch des Papstes beim Studienjahr am besten plant. Nach dem offiziellen Programm ging’s im Kamelzimmer weiter mit Musik, Tanz und Getränken.

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Abschiede

Langsam heißt es Abschied nehmen. Die letzten Vorlesungen laufen, nächste Woche fahren wir das letzte Mal auf Exkursion und auch die Sprachkurse gehen zu Ende. Im Studienjahr hat man die Möglichkeit nach ein paar Pflichtstunden Neuhebräisch oder Arabisch zu lernen. Ich hab Beides weitergemacht.
7 Monate lang hat uns Nasra in das palästinensische Spoken Arabic eingeführt. Sie hat uns die arabischen (!) Zahlen und Buchstaben beigebracht und mit uns dann Kindergeschichten gelesen. Zur letzten Stunde hat sie uns zu sich nach Hause eingeladen, in ihre neue Wohnung in Beit Safafa. Sie hat uns in Talpiot abgeholt und für uns gekocht. Es war ein schöner Abend mit vielen Geschichten, Lachen und dem ein oder anderen Gläschen Arak bzw. Wein.
Als sie uns dann wieder an der Bushaltestelle abgesetzt hat, wurde mir nochmal schlagartig bewusst. Jetzt ist das Studienjahr bald vorbei.

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Auf den Spuren der Kreuzfahrer

„Auf auf ihr wackeren Kämpfer“ – Tag 1

Standbild eines Ritters, der gegen einen Muslim kämpft, hinter der Zitadelle in Jerusalem Im März fährt das Studienjahr traditionell noch mal nach Galiläa, um die Überreste aus der Kreuzfahrerzeit zu besichtigen. Also machten auch wir uns auf nach Galiläa, um Neues zu entdecken, auf Burgen zu klettern und Städte zu erkunden.

Einiges war anders bei dieser Exkursion, das frühe Aufstehen aber blieb gleich. Unsere erste Station war Ma‘ale Adumim zwischen Jerusalem und Jericho. Hier lud früher die Kirche zum barmherzigen Samariter zur Rast ein. Dann fuhr uns Tschamal weiter in den Norden zu der ersten Burg mit dem passenden Namen Belvoir, denn der Ausblick über den Jordangraben ist von dort aus wirklich gigantisch. Von der Burg aus dunklem Basaltstein ist nach der Belagerung durch Saladin und Übergabe von 1189 noch einiges erhalten. Beeindruckend ist der tiefe Burggraben, in denen ein Ausfalltrupp der Studienjahrsgruppe unterwegs war.

Die Ruinen der Burg Belvoir Und hier der Belvoir auf das Jordantal Der Ausfalltrupp im Burggraben oder sind das die Angreifer?

Nach einem Pita-Picknick-Mittagessen fuhren wir weiter nach Tiberias. Dort stiegen wir vorbei an Rindern und Blumen auf den Berenike-Berg, auf dem man nach dem Palast der Königin Berenike (1. Jh. nC) gesucht und eine Kirche gefunden hat: Die sog. Ankerkirche, weil man im Altarraum einen kaum bewegbaren Ankerstein gefunden hat.

Unser Mittagessen Blick auf Tiberias und den See

In Tiberias selbst gibt es auch noch einige Mauern und eine Zitadelle aus Kreuzfahrerzeit zu sehen. Auf eigenen Wunsch befindet sich das Grab des bedeutenden mittelalterlichen Rabbis Maimonides bis heute in Tiberias. Es ist weithin sichtbar durch ein violettes trichterförmiges Gestell. Während der Einführung von Thomas vor dem Grab, fing es an zu tröpfeln und nach einem kurzen Blick auf das Grab brachte uns der Bus zu unserem „Basislager“ nach Tabgha.

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Helau und Alaaf

Die Faschingsgesellschaft vom Beit Josef Am ruaßigen Freitag (so nennt man den Freitag vor Aschermittwoch bei mir zu Hause) haben wir auch hier in Jerusalem den Fasching eingeläutet. In der Früh sind wir verkleidet mit einer Polonese in den Vorlesungssaal marschiert. Unser Motto, wie könnte es anders sein: "Reise nach Jerusalem"

Prof. Nicklas hat spontan reagiert und ist als Prof. Wiesenschund aufgetreten. Mit eindrücklichen Worten und Gesten hat er uns den tiefgründigen Satz "Wenn da Hund mit der Katz übern Eckstoa springt und das Frosch in da Luft die Wurscht verschlingt" erschlossen.

Prof. Wiesenschund in Aktion

Um Punkt 12 haben wir dann das Assistentenbüro gestürmt. Dominik wurde gefesselt und es wurde eine kleine Faschingserklärung vorgetragen - natürlich in Reimform:

"Die nächsten Tage wird gefeiert und gelacht,
Im Vorlesungssaal keine Zeit verbracht.
Feierlich verkünden wir
Für 2 Tage keine Vorlesungen und Prüfungen hier."

Krapfen selbstgemacht

Dominik spendierte dann eine Runde Sekt für seine Freilassung, aber zuvor wurde ihm noch fachmännisch die Krawatte abgeschnitten. Dann gab es Musik und Krapfen, die wir am Vorabend extra gebacken und gefüllt haben.

Gestern Abend ging es dann weiter mit der Faschingsstimmung. Im Café der Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg wurde zu Musik und Tanz geladen. Für die Stimmung sorgten die "Töchter Zions" - Dominik, Luzia, Kevin und Jörg aus dem Studienjahr. Dazu getanzt haben Teufel, Hasen, orientalische Figuren, die Bluesbrothers und viele mehr.

Die Töchter Zions Partygäste Ausgelassene Stimmung

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Shabbat Shalom

“Wir begrüßen uns mit Shalom. Das heißt Friede (im umfassenden Sinne). Wir sind also im Grunde die ersten Hippies.“ Das sagte Rabbi Aaron Leibowitz zu Beginn des Shabbat Abends am vergangenen Samstag. Wir waren also zu Gast bei den ersten Hippies der Weltgeschichte.

Rabbi Leibowitz hat im Dezember bei uns eine Einführung in den Talmud gehalten und uns jetzt zu einer befreundeten Familie mit einem großen Haus eingeladen. Vorher hat er mit uns einen Spaziergang durch sein Wohnviertel Nachla’ot. Dort leben Tür an Tür Juden verschiedener Tradition und Gläubigkeit. Wir konnten durch die Fenster in verschiedene Synagogen schauen. Im ganzen Viertel herrschte Feiertagsstimmung: Kinder und Eltern in ihren besten Kleidern, Singen, Tanzen.

Danach wurden wir im Haus von Chaya und ihrem Mann empfangen. Sie feiern regelmäßig mit größeren Gruppen den Shabbat Abend, denn Gäste sind dazu herzlich willkommen. Auch die Kinder der beiden Familien waren dabei. Zu Beginn wurde der Segen über den Wein gesprochen und dann über das Shabbat-Brot gesprochen. Sie zeigten uns das rituelle Händewaschen, den Segen über die Kinder, wir tanzten und sangen. Dann gab es Suppe, Hähnchen, Reis und Gemüse, als Nachspeise Birne in Rotwein. Wir haben uns über unsere Eindrücke unterhalten und konnten Fragen stellen. Die Kinder wurden langsam müde. Dann sprachen die Erwachsenen das Abschlussgebet und wir brachen auf.

Die Nacht von Freitag auf Samstag ist ruhiger als andere Nächte. Ein Großteil der Restaurants und Bars hat seit dem frühen Nachmittag geschlossen. Es herrscht weniger Verkehr. Religiöse Juden benutzen an Shabbat kein Auto oder Fahrrad sondern gehen langsam und aufmerksam durch die Straßen. Das Gleiche gilt für Handys, Fotoapparate usw.

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Wir haben Geburtstag

Der Studentenchor Wie schön dass du geboren bist, wir gratulieren dir Geburtstagskind.

"40 ist in der Bibel eine besondere Zahl. 40 Jahre wandert das Volk Israel durch die Wüste, Elija wandert 40 Tage und Nächte zum Berg Horeb, Jesus wurde 40 Tage lang in Versuchung geführt." P. Ralph bringt in seiner Predigt im Festgottesdienst noch weitere Beispiele für die Zahl 40 in der Bibel. Mit unserem Jahrgang hat das Studienjahr in Jerusalem auch dieses Alter erreicht. Und das wurde ordentlich gefeiert.

Ökumenischer Segen Torte und ein Spitzenteam - Danke für Eure Arbeit

Der ökumenische Gottesdienst wurde von Abt Gregory und Probst Schmidt geleitet. Die Musik und Texte hatten StudentInnen ausgesucht.
Danach gab es Kaffee, Tee und - als Highlight - eine Geburtstagstorte. Die Gäste waren hin und weg - genauso wie die Torte nach kurzer Zeit.

Im Klostergang hatten fünf Studentinnen in den letzten Tagen eine kleine Ausstellung über die 40 Studienjahrsgruppen, den Initiator Laurentius Klein und die diversen Studiendekane zusammengestellt. Neben harten Fakten gab es auch Kurioses zu entdecken und besonders die Fotos wurden auf bekannte Gesichter und modische Extravaganz untersucht.

Die Ausstellung

Nach Kaffee und Kuchen ging es zurück in die Kirche. Der Dekan bat zum Festvortrag von Prof. Christoph Markschies (Antikes Christentum an der Humboldt-Universität in Berlin). „Studieren im Heiligen Land – Beobachtungen aus der Antike und ihre Bedeutung für die Gegenwart” lautete der Titel. Markschies sprach auf abwechslungsreiche und amüsante Weise von dem christlichen Studienprogramm, das Origenes in Caesarea Maritima aufgebaut und geleitet hatte. Daraus leitete er ab, was am Studienjahr beibehalten werden sollte und wo man die Vorteile des Standortes noch besser mit einbeziehen könnte. Die Zuhörer waren begeistert, auch wenn die Temperatur inzwischen gefühlt unter den Nullpunkt gesunken war. Deshalb war der häufigste Satz von Herrn Markschies und in den folgenden Grußworten: "Mit Blick auf die Temperatur" Das leckere Buffet entschädigte uns aber für die steifen Zehen und blauen Finger.

Betin

Tag 2 der Feierlichkeiten führte uns Studenten und die Mönche in das Westjordanland. Der erste Halt war in Betin an einem Grundstück, das der Benediktinerabtei gehört. Dort war vor einiger Zeit ohne Wissen der Mönche munter gegraben worden. Die Archäologen hatten die Überreste einer Kirche und eines Klosters aus der byzantinischen Zeit zu Tage befördert. Wir kletterten interessiert über die Ausgrabungen und wandten voller Stolz unsere bisher gewonnen archäologischen Erfahrungen an. Danach ging es auf Tel Ai und anschließend nach Taybeh.

Tel Ai im Sonnenschein

Dort erwartete uns ein leckeres Mittagessen bei dem Kloster der frz. Schwestern. Anschließend besichtigten wir das sog. Parabelhaus - ein altes palästinensisches Haus, an dem man sich biblische Gleichnisse gut vor Augen führen kann. Nach dem Tauferinnerungsgottesdienst gingen wir zu Fuß zur Taybeh-Brauerei. Wir konnten sehen wo und wie "The Finest in the Middle East" hergestellt wird und auch probieren. "Aber jeder nor einen winzigen Schlock!"

Der Gottesdienst Das Sortiment The Finest in the Middle East

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Fahrt nach Hebron

In der Bibel ist Hebron der Ort, bei dem in der Nähe Abraham für sich und seine Frau die Höhle Machpelah als Grabstätte kauft (Gen 23). Neben ihnen wurden dort der Tradition nach auch Isaak und Rebekka sowie Jakob und Lea beerdigt.

Herodes der Große ließ die Grabstätten mit einer hohen Mauer umgeben. Noch heute kann man die typischen herodianischen Steine (für die Insider: Spiegelquader) gut erkennen.

Die Machpelahöhle von außen Straßen wie in einer Geisterstadt

Da Abraham in allen drei monotheistischen Religionen als Stammvater gilt, interessierten sich im Laufe der Jahrhunderte nicht nur Juden für Hebron. In der Kreuzfahrerzeit wurde aus der Grabstätte eine Kirche, unter muslimischer Herrschaft wurde der herodianische Bau mit 2 Minaretten versehen und innen mit Koranzitaten verziert.

Aufgrund der Bedeutung Abrahams ist Hebron einer der Orte, die seit dem Beginn der jüdischen Siedlungen Anfang des 20. Jahrhunderts stark umkämpft sind. Es ist die einzige Stadt im Westjordanland, in deren Stadtkern jüdische Siedler sitzen, die von mehr Soldaten als Siedlern geschützt werden. Der Kenotaph Abrahams Ganze Straßen wurden für Palästinenser gesperrt, so dass sie ihre Häuser nur noch über Dächer und Hinterausgänge verlassen können oder umziehen mussten. Dadurch ist der eigentliche Stadtkern nahe de Machpelahöhle zu Geisterstadt geworden. Wir haben dort lediglich ein paar UNO-Beobachter gesehen, sowie Soldaten in "Arbeitskleidung" und in Joggingoutfit - beide mit Gewehr über der Schulter.

Hebron ist zweigeteilt. Ein kleiner Teil wird von den Israelis kontrolliert, v.a. um die dort lebenden Siedler zu schützen. Der weit größere Teil gehört zum palästinensischen Autonomiegebiet. Auch die Machpelahöhle mit den Kenotaphen wurde geteilt. In der jüdischen Hälfte liegen die Gräber von Abraham, Sara, Jakob und Lea. Im Innenhof dazwischen wurde eine Synagoge errichtet. In der Moschee direkt hinter der Wand liegen ironischer Weise die Kenotaphe von Isaak und Rebekka. Schließlich berufen sich die Muslime auf Abrahams zweiten Sohn Ismael. Beide Seiten können nur von Touristen wie uns besucht werden.

Die Gräber Isaaks und Rebekkas in der Moschee

Ich war sehr gespannt auf Hebron nach den Geschichten, die ich über die Stadt von Breaking the silence u.a. gehört habe. Es war seltsam auf einmal dort durch die Straßen zu gehen und mich daran zu erinnern. Es wirkt alles so ruhig. Nur wenn man in den ersten Stock sieht, kann man zerbrochene Fensterscheiben und verlassene Zimmer erkennen. Es ist kalt und sehr windig. Trotzdem joggen 2 Soldaten in kurzen Hosen, T-Shirt und Gewehr vorbei. Ein Soldat in Uniform posiert für ein Foto. Wir fahren nach Jerusalem zurück. Es bleibt ein seltsames Gefühl.

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Christen in der Wüste

Jedes Studienjahr wird buchstäblich mehrmals während der 8 Monate in die Wüste geschickt. Neben der Sinai-Exkursion gibt es einige Exkursionen in den Negev und in die judäische Wüste.

Wüste - unendliche Weiten Erklärungen in der Nilus-Kirche Ein Baptisterium in Mampsis

Letzte Woche war es wieder so weit. Mit Prof. Christoph Markschies (Antikes Christentum, Berlin) ging es zu den Überresten von byzantinischen Kirchen und Baptisterien an den Ausgrabungsstätten Mampsis, Avdat und Shivta in der Nähe von Beer Sheva.

Die Kirchen sind im 4. bis 6. Jh. n. Chr. entstanden. Interessant sind die Baptisterien, die Taufbecken der Kirchen. Es handelt sich dabei um kreuzförmige Becken von ca. 1 m Tiefe. Wie genau die Taufen im frühen Christentum darin stattfanden, ob z.B. der Täufer mit dem Täufling zusammen hineinstieg, ist aus den erhaltenen Quellen nicht eindeutig rekonstruierbar.

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