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Despair is not an option for Benedictines

Tonight, in the Holy Land, we are all waiting in hope for the good news that a ceasefire will be announced. It has been a distressing week, watching the old wounds of this country bleeding anew and seeing the dead bodies of children carried by their distraught parents.

Tomorrow we will hold a service of the Word with our resident German-speaking theological students, (who represent different Christian traditions), to pray for peace. They are good-natured, generous, intelligent young people, united by their search for God and their enthusiasm to spend time together and with us in this land, where one is constantly reminded of the incarnation of Christ - a place where theology is never just abstract but always clothed in flesh and blood. We will pray together tomorrow in our basilica here at 18.15, Wednesday, the feast of the Presentation of the Holy Mother of God in the Temple.

Some people might feel that if a ceasefire is actually achieved tonight such a service might be somehow less important...

Not at all! A ceasefire is a very good thing - may it happen! - but it is not really peace. True peace is so much more than the mere absence of conflict. Ceasefire or not, we will be praying for real, long-lasting peace, the only kind that matters - one based on justice, mutual recognition of rights and responsibilities, acknowledgement of past wrongs and real forgiveness. A Utopian vision? Maybe. But despair is not an option for Benedictines. Our Holy Father Saint Benedict tells us after all never to despair of the mercy of God. So join us tomorrow in spirit, wherever you are, in praying for lasting peace in this complex, troubled but wonderful land.

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Am Anfang war die Miqwe

In Jerusalem ist es kalt geworden. Das fällt besonders denen auf, die 12 Tage bei subtropischem Klima ihre Zeit in Galiläa verbracht haben. Wenn man Lukas und Christina nach einem Resümee dieser Exkursion fragt, so bekommt man vom einen die Antwort "Steine!", die andere ruft: "Schwimmen!" In der Tat fassen diese beiden Schlagwörter diese Tage gut zusammen, auch wenn von mir wohl noch der Ausruf "Spinnen!" hinzuzufügen sei.
In und um Galiläa gibt es viele alte Steine und damit auch viele Orte, an die man fahren, die man besichtigen, diskutieren, untersuchen, befragen und anzweifeln, auf denen man herumklettern kann, mit denen man aber auch seinen Spaß haben darf. Das berühmte Säulenheiligtum aus Omrit Mancherorts erkennt man nicht mehr als ein paar lose Steine, die scheinbar wahllos über ein Feld verstreut zu liegen scheinen - und das war einmal ein Haus? Ein Tempel? Eine Stadtmauer? Meine eigene Vorstellungskraft ließ mich im Stich. Dann wiederum gibt es die Orte, die einfach nur zum Staunen anregen. Um el Qanatir gehörte für mich dazu, ein Ort mitten im Nirgendwo, wo man Synagogenüberreste gefunden und ein Archäologe beschlossen hat, diese nun wieder aufzubauen: mit Hilfe von Computerprogrammen, 3-D-Vorstellungskraft, einem riesigen Kran, jeder Menge Geld und viel Spaß an der eigenen Arbeit. Prof. Zangenberg im Archäologiefieber In der ersten Woche war Prof. Zangenberg stets an unserer Seite, was für alle ein großer Gewinn war: denn als Archäologe und Neutestamentler konnte er die Dinge, die wir besichtigten, von zwei entscheidenden Seiten beleuchten. Banjas, Caesarea Maritima, Sepphoris, Meggido, Dor, Nazareth, Kapharnaum, Bet She'arim, Haifa, Gamla - wir haben so viele Orte gesehen, dass ich sie gar nicht mehr zusammenbekomme.

Und dann gibt es da ja die Sache mit der Miqwe, dem jüdischen Ritualbad zum Erlangen kultischer Reinheit. Wie viele wir von denen betrachteten, kann ich nicht mehr sagen. Am Anfang jedenfalls war die Miqwe. Oder vielleicht doch die Synagoge? Die Mona Lisa von Sepphoris Diese Frage konnte nicht immer geklärt werden, oftmals schrieben sich Miqwe und Synagoge gegenseitig ihren Status zu, verwiesen aufeinander - und vielleicht war es in Wirklichkeit damals doch ganz anders. Das sorgte für viel Heiterkeit und dem Lerngewinn, dass wir nun erst einmal alles, was wir sehen, als Miqwe deklarieren. Irgendwann werden wir damit sicherlich auch richtig liegen.

In unserem Nachtlager in Tabgha konnten wir jeden Abend entspannen, sei es im Pool, bei der Vesper in der Brotvermehrungskirche, im nahegelegenen Pilgerhaus, am See, bei der Abendandacht im Dalmanutha - der Ort ist einfach nur wunderschön und lädt zum Verweilen ein. Nur die Sache mit den Spinnen... Ich weiß, ich weiß, auch das sind Gottes Geschöpfe. Aber eklig sind sie trotzdem. Da esse ich lieber 12 Tage lang jeden Mittag Pita mit Humus (das kann man nämlich auch irgendwann nicht mehr riechen) anstatt so eine große Spinne auch nur zu sehen. Mittagspause in der Nähe des Panheiligtums in Caesarea Philippi

Wieder zurück in Jerusalem hat der "normale Wahnsinn des Studienjahrsalltag" uns wieder, heute begannen wir mit einer Vorlesung bei Prof. Ebner zum Urchristentum und der römisch-griechischen Stadtkultur. Doch in Jerusalem ist es kalt geworden. Ich persönlich muss zugeben, dass mich das Wochenende ganz schön geschlaucht hat. In Galiläa diskutierten wir noch darüber, dass eine Rakete gen Tel Aviv aus unserer Sicht vollkommen ausgeschlossen sei und dann der Schock, dass wohl sogar etwas aus dem Gazastreifen in Richtung Jerusalem abgefeuert worden ist - für uns, die wir im wohlbehüteten Deutschland aufgewachsen sind, für die die geteilte Republik weit weg ist und der 2. Weltkrieg noch viel weiter, ist der Gedanke an Krieg unbekannt und unheimlich. Raketen, Luftschutzbunker, Angst vor dem Luftalarm, das kennen wir nur aus Erzählungen aus längst vergangenen Tagen - und plötzlich kommt es ganz nahe an uns heran, plötzlich wird es real. Und dennoch: Das was in und um Gaza geschieht, ist auch ganz weit weg. Unser Studienjahr scheint zur Zeit nicht gefährdet zu sein, unser Alltag wird nicht beeinträchtigt - und das, obwohl wir im gleichen Land leben und die Entfernung Köln-Düsseldorf hier schon erhebliche Unterschiede ausmacht. Das macht stutzig, das beschämt. Denn bei uns geht es ganz normal weiter, wenige Kilometer entfernt gibt es so etwas wie "Normalität" nicht mehr.

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The prayer of a silent witness

This evening (Saturday) we sang, as usual, our Vigil Office. It is an ancient Christian custom and a strong reminder of the unity of our Sunday worship - from First to Second Vespers via Mass in the morning - all centered on Christ's glorious passing from death to life. After the proclamation of the Gospel (always one of the moving accounts of his resurrection), the Gospel Book is elevated and we sing the following Byzantine chant,

"Now that we have seen the resurrection of Christ,
come let us worship the Holy Lord Jesus,
the only sinless one..."

Then the assembly is blessed with the Gospel Book, a powerful sign of Christ present among us.

It is an interesting choice of words. The great Byzantine monk and mystic, St. Symeon the New Theologian (949-1022), pointed out that we don't just say, "Now that we have believed in Christ's resurrection", but rather, "Now that we have seen his resurrection."

But how have we seen it? After all, nobody actually witnessed it directly. Of course, Mary and the Apostles did meet the risen Jesus after the event. But as for literally seeing the resurrection – only the Father, the Son and the Holy Spirit were the actual witnesses!

There are much deeper ways of seeing though than the merely literal. We do begin by believing in his resurrection. But if we carry out our lectio divina of the Holy Scriptures, if we pray, and especially if we receive the Eucharist regularly, a kind of "inner eye" opens up inside us, the eye of the heart. We begin to perceive spiritually that he is present. We begin to experience him. As the Orthodox Church sings in Lent, "The light of Christ shines on all!" In the darkness of faith, he speaks our name as he spoke to Mary Magdalene in the garden. We realize that he is more than an idea – he is risen.

Yet as I write this tonight, there are not many obvious signs of resurrection in the Holy Land. People are suffering terribly, on both sides of the divide. But in the heart of the Old City stands the silent witness, the empty tomb. "The light of Christ shines on all" sing the Orthodox. Let us repeat a prayer from our western liturgy:

"May the light of Christ, rising in glory, dispel the darkness of our hearts and minds!"

May it dispel all hatred, bitterness and revenge, and usher in the light of love.

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Nix „Business as usual”!

Die Welt hat sich weitergedreht. Das ist normal. Aber irgendwie ist sie seit gestern ein bisschen anders. Als die Sirenen gegen fünf Uhr hier in Jerusalem ertönten, stand ich unter der Dusche und war mir erst gar nicht sicher, was ich durch das Wasserrauschen hindurch gehört habe. Denn es war bis dahin ja auch ziemlich undenkbar, dass irgendwer wirklich auf Jerusalem schießen würde. – Wir sind nun eines besseren belehrt.
Eigentlich wäre in den kommenden Tagen eine ganze Reihe von Brüdern zu wichtigen dienstlichen Terminen nach Deutschland aufgebrochen, wie jedes Jahr im November. Nun bleibt ein Teil von uns hier. Dabei können wir an der Situation selbst natürlich nichts ändern. Müssen hinnehmen, was kommt. – Es ist auch eine Zeit, sich auf das mönchische Kerngeschäft zu konzentrieren: Während die Welt sich eben immer schneller dreht in diesen Stunden, erinnern wir uns als Mönche, dass unser Leben von einem anderen Rhythmus bestimmt wird. – Keine Panik, keine Hysterie. Business as usual.
Business as usual, das gilt auch für die Israelis. Tel Aviv, so liest man in verschiedenen Zeitungen im Internet, feiert schon wieder am schönsten Strand der Welt. Fast so, als ob 40-50 km südlich nicht ein, ja, was? – Krieg heranwächst, dessen Ausmaß unkalkulierbarer scheint als die meisten anderen Konflikte dieser Region der vergangenen Jahrzehnte…

Jenseits schädlicher Panik und Hysterie wehrt sich in mir aber immer mehr gegen ein (irgendwie sogar vernünftiges) Business as usual! – Ich träume. Ich träume davon, dass die ganze Welt einen Augenblick inne hält, das usual business aufgibt und einfach hinstarrt. Hinstarrt auf das, was da einmal mehr geschieht. Ich rede nicht von Schuld und Verhältnismäßigkeit der Mittel auf der einen oder anderen Seite.

Ich träume vielmehr von zwei Kindern, die sich im Sandkasten zanken, und die erst stutzig werden und aufhören, als alle anderen Kinder auf dem Spielplatz, die Mütter und Omas, die Hunde und die zufälligen Spaziergänger alle innehalten, stehen bleiben und schweigend und sprachlos auf das schauen, was da vor sich geht.
Geschieht das nicht, werden sie sich ewig zanken. Kinder dürfen das im Zweifelsfall, denn diese Ewigkeit von Kindern im Sandkasten geht mit der Sonne unter. Staaten und Völker dürfen das nicht. Nicht unbegrenzt. Deshalb muss irgendwann Schluss sein mit dem business as usual.

Denn ich träume auch davon, dass die Kinder aus Gaza-Stadt und aus Ashkelon gemeinsam an einem der schönsten Strände spielen können.

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Brotvermehrungsfest 2012

Es ist schon ein Phänomen, das mich jedes Jahr aufs Neue gewaltig beeindruckt nach monatelanger Dürre und keinem Tropfen Regen... Und heute: Da staune nur, die ersten Gräslein sprießen schon ganz zart an einigen Stellen aus dem Boden.
Gestern hatten wir 25 Liter pro m² und in der Nacht 20 Liter. Des Einen Leid, des Anderen Freud: Für die Pilger, insbesondere aus dem schon kalten und zum Teil nebligen Deutschland kommend, nicht gerade günstig. Für das Land hier ein erster großer Segen.
Natürlich kriecht die Feuchtigkeit zum letzten Mal in unser altes Kloster, derzeit 75%. In den neuen Klostermauern merkt man gewaltig wie gut die Isolation ist.

Wir wünschen Ihnen, dass Sie trotz der begonnen dunklen Jahreszeit viel Sonne und Wärme im Herzen haben und somit gesund durch den Spätherbst und Winter kommen! Eines ist ja gewiss: Das nächste Frühjahr kommt wieder...

Brotkörbe am Altar. Das gesegnete Brot wurde nach der Liturgie geteilt... Brotkörbe am Altar. Das gesegnete Brot wurde nach der Liturgie geteilt... Gestern beim Brotvermehrungsfest mit Regen und auch kurzen Regenpausen fühlten sich die so zahlreich gekommenen Gäste aus Nah und Fern trotzdem wohl. Wir waren erstaunt, dass doch so viele gekommen sind.
Von 12.30 Uhr bis 15 Uhr war dann für die Touristen und weiteren Pilger die Kirche wieder offen. In dieser Zeit schoben sich Menschen aus etwa 20 Bussen gleichzeitig durch die Kirche. Wieviel die Menschen in der Kirche die Schönheit und die Gegenwart Gottes wirklich wahrgenommen haben, diese Frage weiß nur Gott selbst zu beantworten. – Zu wünschen bleibt da nur: Hoffentlich ein klein wenig!

Schön war, dass unsere Mitbrüder aus Jerusalem mit ihren Mitarbeitern und Volontären da waren. Allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben ein ganz herzliches: Vergelt‘s Gott! – Schließlich heißt ja unser Motto: Dass Gott in allem verherrlicht werde...

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Ein Stück Himmel....

Die Festvorbereitungen für morgen, das große Tabghafest, sind für heute abgeschlossen! Der starke Regen heute Vormittag, 13 Liter/m², hinterließ seine Spuren im Klosterkreuzgang und auf dem Weg zum Klosterneubau: Die Zufahrtsstraße war mit Erdreich, das von den Anlagen herausschwemmte, überflutet. Mit der Hilfe von Volontär Vinzenz Helfer ist nun der Platz wieder sauber. Im Klosterkreuzgang peitschte der Wind stark den Regen gegen die Türe zum Kapitelsaal. Leider fehlt noch der Gummischutz unten an der Türe...

Gerade scheint die untergehende Sonne in die Wolken und verzaubert sie in ein glühendes Rot, das nun in Rosa übergeht. Den Kindern sagte man im November: Seht, die Engel backen schon die Christstollen und Nusszöpfe. Im Dezember hieß es: Sie backen nun Plätzchen.

So lebte man mit der Natur, und wir konnten immer wieder auf die ihre Schönheiten aufmerksam gemacht werden.
Heute sehe ich in so schönen Wolkenspielen ein Stück Himmel, wo die Liebe Gottes grüßt. Für Morgen wünschen wir uns, dass die Gäste und auch wir ein Stück Himmel auf Erden erfahren dürfen am Festtag!

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Der Herbst naht...

Zwar kann man hier im warmen Tabgha noch nicht viel von herbstlichen Temperaturen spüren, aber man merkt doch, dass eine ruhigere Jahreszeit beginnt.
Die einheimischen Gruppen waren für dieses Jahr schon fast alle zu Gast und so beherbergt Begegnungsstätte nur einige Einzelgäste.
Wir Volontäre haben deshalb nicht weniger Arbeit, denn die Begegnungsstätte muss winterfest gemacht werden.
Konkret heißt das: die Zelte wurden abgebaut bevor es regnete und auch sämtliche Bäume und Büsche wurden geschnitten.
Dort, wo die Zelte standen, kommen jetzt große Spielfelder zum Vorschein, sodass unsere Gäste Schach und Mühle spielen können. Schachfeld
Die unzähligen Äste, die wir von Bäumen und Büschen geschnitten haben wurden gehäckselt und auf dem "Beet" verteilt. Das "Beet" ist bei uns zu einem feststehenden Begriff geworden. Jede Generation von Volontären darf, oder viel mehr soll etwas Bleibendes erschaffen. Wir bearbeiten das "Beet". Noch vor einigen Wochen glich das "Beet" mehr einem Unkrautfeld. Jetzt können wir damit beginnen es zu bepflanzen. Das Beet im Prozess Unser "Beet" wird in der Mitte einen Sitzbereich haben, dieser soll von schattenspendenden Kletterpflanzen überdacht werden. Außerdem hat jeder von uns Volontären einen ganz eigenen Vorschlag eingebracht z.B Rosen, einen Mandelbaum, Kräuter, Flieder etc. Wie viel wir davon umsetzen können wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Sicher ist aber, dass unsere Gäste ab dem Frühling einen neuen weiteren Platz haben werden, an dem man reden, singen und sich begegnen kann.

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Mit Sack und Pack

Mit Sack und Pack ging es gestern gen Tabgah, denn hier nächtigen wir während unserer zwölftägigen Galiläaexkursion. Nach Zwischenstops in Bet She'an, Hammat-Tiberias und Tiberias bezogen wir das Beit Noah, die Begegnungsstätte am See Genezareth.

Kreuz und See Genezareth im Dalmanutha Wer bis dahin noch Fragen hatte, wie diese Exkursion wohl ablaufen würde, war spätestens jetzt in Kenntnis gesetzt: morgens in den Bus einsteigen, bei den Steinen hinaus, die Steine anschauen, wieder in den Bus und weiter geht es. Ich hatte zwischenzeitlich mal das Gefühl, auf der chinesischen Tour "20 Städte Europas in 6 Tagen" zu sein. Doch auch jeder noch nicht ganz so stark archäologiebegeisterte Studienjährler dürfte spätestens nach den Ruinen von Bet She'an ziemlich beeindruckt gewesen sein - und jeder Leser wäre es vermutlich auch, wenn er die entsprechenden Fotos sehen würde, was er leider nicht kann, da das Hochladen von Bildern aufgrund des recht zögerlichen Internets einen regelrechten Kraftakt darstellt.

Den ausführlichen Bericht wird es deshalb also erst in zwei Wochen geben - nur so viel sei jetzt schon einmal gesagt: Uns geht es gut! Galiläa ist traumhaft schön und wir haben wunderbares Wetter, abends einen Pool zur Verfügung und ein bisher harmonisches Klassenfahrts-Feeling, was durch die Mehrbettzimmer und das Programm "Selbstverpflegung" noch unterstützt wird. So kann es durchaus weitergehen -vorausgesetzt, das heutige Experiment mit dem Titel "Wir machen Kaiserschmarn aus 1 Kg Mehl und 30 Eiern für ebenso viele Personen" gelingt....

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Gebt Ihr ihnen zu essen...

Seit Montag ist unser Kioskpächter Munir wieder zurück im „neuen“ Kiosk. Pilger, Touristen und sicherlich auch die Mönche verschmähen nicht das Eis und den Cappuccino, den Kaffee und die in einer Eismaschine eisgekühlten Getränke wie Eiskaffee und Früchtedrinks. Munirs Bruder Khalil bietet zur Zeit frisch gepressten Granatapfelsaft an.
Wir freuen uns mit ihnen über den „neuen“ Kiosk, der so manche Arbeit erleichtert und auch etwas Platz bietet zum Verweilen. So wird auch in dieser Form der Auftrag Jesu erfüllt: „Gebt ihr ihnen zu essen!“

Mit dem Ziegel gedeckten Dach fügt sich der Bau gut in das Gesamtgelände. Zur Zeit kommen etwa 50 Busse pro Tag. Neulich waren es sogar einmal 74.

Auf der Südseite des Klostergeländes wird der Trockenplatz für die Wäscherei gepflastert. Hier wird der Traum einer jeden Hausfrau in den Sommermonaten wirklich: Die Wäsche ist in kurzer Zeit trocken! Sie kann am selben Tag gewaschen, getrocknet und gebügelt werden.
In unsrer alten Bibliothek ist derzeit Br. Josef daran, die Bücher in Karton zu verpacken für die neue Bibliothek. Ich staune immer wieder was wir doch alles haben. Da zitiere ich dann schon mal den Apostel Paulus: „Sie haben nichts und haben doch alles.“

Mühsam ist jetzt, immer wieder die Handwerker zu bekommen, die die Endarbeiten ausführen und so manche Fehler beheben müssen, die selbst in einem Kloster nicht ausbleiben. Schließlich leben wir ja noch auf dieser Erde…

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Neues aus dem Beit Josef...

Neulich ist etwas Furchtbares passiert. Wir saßen gemütlich und lachend bei Taybeh und Goldstar im Seminarraum, um die Professorinnen Sattler und Nüssel zu verabschieden. Plötzlich sagte eine von ihnen: „Ich wünsche Ihnen noch schöne sechs Monate in Jerusalem.“
Wie, wo, was, sechs Monate? Waren das nicht mal viel mehr? Nur noch sechs Monate?? Die Zeit rast an uns vorbei. Da auch in den vergangenen Wochen einiges passiert ist und der letzte Blogeintrag schon wieder eine Weile zurückliegt, hier nun ein Kurzüberblick. Yalla!

Das Jahresthema unseres Studienjahres ist nun auch im Vorlesungssaal angekommen. Professor Gabriels Vorlesung „Religion und Moderne“ führte uns in Diskussionen, die in Jerusalem besonders greifbar sind. Was ist Religion überhaupt, wie lässt sie sich definieren? Führt die Moderne zwingend zu Glaubensrückgang und Säkularisierung? Und was ist überhaupt Moderne? Viele Antworten, noch mehr Fragen.

Dass Religion in Israel immer auch mit Politik zu tun hat, wissen wir inzwischen – auch dank Tamar Avraham. Mit ihr waren wir in Jaffa unterwegs, der alten Hafenstadt, in der der Prophet Jona an Bord seines Schiffes gegangen sein soll.
So erinnert man sich an die Jona-Geschichte... Jaffa war bis zur Gründung des Staates Israel eine arabische Stadt, zu diesem Zeitpunkt mussten viele Bewohner ihre Heimat verlassen und umsiedeln. Heute gehört Jaffa zu Tel Aviv, das, so sahen wir auf einem Modell, ursprünglich als Gartenstadt geplant war. Von diesem Plan haben wir zwischen all den Hochhäusern nicht mehr viel mitbekommen. Dafür ist der Strand wirklich wunderbar – und birgt nicht so viele spitze und scharfe Gefahrenquellen wie das Rote Meer...

Blick auf Jaffa

Mit Tamar waren wir außerdem in und um die Altstadt Jerusalems unterwegs. Wir besuchten Synagogen im jüdischen Viertel und ließen uns zeigen, wie die israelische Präsens sich in den arabischen Ostteil der Stadt ausweitet. Die Häuser der Siedler sind an den wehenden blau-weißen Flaggen sofort zu erkennen. „Juden dürfen überall in diesem Land wohnen“, hat uns eine junge Frau gesagt. In unser Nachbarschaft hat die Religion sehr konkrete Folgen für das Zusammenleben der Menschen...

Politisch ging es auch mit Gil Yaron weiter. Der Zeitungskorrespondent sprach mit uns über die Identität der Israelis: „Juden oder Hebräer?“ Wir gingen der Entwicklung des Staates Israel nach und rissen eine Menge von dem an, was heute aktuell ist: Beziehungen zu Deutschland, Atom-U-Boote, Siedlungen, die UN und das Völkerrecht. Schon verrückt, dass Theodor Herzl sich als Sprache des „Judenstaates“ Deutsch hätte vorstellen können...
Diskussionen mit Gil Yaron... Ihr seht, wir sind hart am Arbeiten. Zur Zeit hören wir außerdem noch Vorlesungen über das Zweite Vatikanische Konzil und den Talmud - und ganz allmählich bereiten wir uns seelisch auch schon auf die kommende Galiläaexkursion vor.

Aber keine Sorge, ein bisschen Freizeit bleibt uns auch noch. Wenn meine Facebook-Informanden Recht haben, dann schneit es heute in Süddeutschland. Wir fahren morgen jedenfalls an den Strand von Tel Aviv. Das ist doch auch ganz nett.

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