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Aktuelles aus dem Blog


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Ein neuer Tag

Es ist noch früh am Morgen. Wir haben Vigil und Laudes gesungen und hatten dazu unerwartet Gäste. Jetzt sitze ich am Schreibtisch, und das Zwitschern der Vögel draußen ist noch lauter als der langsam erwachende Lärm der Stadt.
Gestern war ein voller Tag mit vielen Gesprächen am Telefon und von Angesicht zu Angesicht, mit vielen Mails. Das Wetter sprang von finster-wolkig und Regen zu blauem Himmel mit Sonne.
Heute ist ein neuer Tag. Er beginnt nicht weniger kraftvoll, aber doch ruhiger.

Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit,
der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.
(Psalm 103,1-5 nach der Lutherübersetzung (1912))

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Störche unterm Regenbogen

Ich wusste es schon immer, dass die kleine Babys aus dem Jordantal kommen. Seit heute bin ich mir nochmal sicherer...
Aber der Reihe nach. – Wer schon einmal mit dem Bus oder dem Auto durch den Jordangraben gefahren ist, dem werden vielleicht auch die Wasserbecken aufgefallen sein, unweit der Straße. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass dort Fische gezüchtet werden, weil diese Becken auch durch große Rohre sprudelnd belüftet werden. Doch weil ich wusste, dass auch die Störche durch den Jordangraben ziehen zwischen Winter und Sommer, erkannte ich schon vor einigen Jahren den wahren Existenzgrund dieser Becken: Dort wachsen die kleinen Babys, und die Störche nehmen sie auf ihrem Weg mit und verteilen sie. Auf dem Weg nach Süden die dunkleren, die helleren auf dem Weg nach Norden.
So viel zur Theorie...

Aber dass das Geschenk des Lebens tatsächlich sehr viel mit diesem Land, in dem ich leben darf, zu tun hat, das ist eine sehr praktische Erkenntnis. Als wir heute von Tabgha aus wieder Richtung Jerusalem zurück fuhren, führte uns der Weg zuerst entlang des Sees Genezareth: türkisblau. Das gibt es selten. Und im Wechselspiel mit den düsteren Wolken über dem Golan und den glänzenden Sonnenstrahlen einfach ein atemberaubendes Schauspiel.
Im Jordangraben haben wir dann immer wieder Regenbogen gesehen. Kräftige Regenbogen mitten in der Wüste! Immer wieder auch heftiger Regen und neue Regenbogen. In ein paar Tagen wird dort, wo der Regenbogen den Wüstenboden berührt hat, die Erde blühen. Und unter den Regenbogen saßen immer wieder, richtig: ganze Kolonien von Störchen. Sie haben sich einen der exklusivsten Rastplätze ausgesucht, den derzeit Afrika-Europa-Reisende wohl finden können.

Alles in allem wunderbare und schöne Zusagen des Lebens. Ein gutes Zeichen am zweiten Tag der Fastenzeit in diesem Jahr!

PS: Ja, ich hatte meine Kamera zwar dabei, aber für das, was es da wirklich zu sehen gab, braucht Ihr meine Bilder nicht...

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Nie zu spät

Es hat lange gedauert in diesem Jahr. Aber jetzt ist er doch wieder da, der Aschermittwoch. Weil Ostern relativ spät ist, ist es eben auch der Aschermittwoch. 40 Tage auf Ostern hin beginnen jetzt. Fasten, Umkehr, Neuanfang. Irgendwie das gleiche wie in den Jahren zuvor.

Wunder der Wüste: Nach dem Regen beginnt es zu blühen. Fastenvorsätze? – Ja, durchaus. Aber keine, die nicht auch zu jedem anderen Zeitpunkt im Jahr sinnvoll wären.
Und der Mönch soll ja immer leben wie in der Fastenzeit. Das bedeutet natürlich immer die Bereitschaft zu Fasten und Umkehr – und die Umsetzung.

Aber es bedeutet auch, immer im Geist des Osterfestes zu leben. Dazu ist es nie zu spät!

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Welcoming Groups Back to Beit Noah

Petting a Rabbit The season has opened and groups have begun visiting us at Beit Noah again!

We could not be happier!

Katharina Distributing Rabbits We also celebrated the Grand Opening of the Tabgha "Pinatchai" with some members from Kfar Tikvah. Here, groups can pet our rabbits and enjoy the birds.

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Grüne Schuhe

Da waren sie wieder, die grünen Schuhe. Heute morgen in der Messe. Ich habe sie schon mehrfach in den letzten Tagen gesehen: Grüne Schuhe mit einem gelben pfeilähnlichen Dekostreifen an der Seite und mit gelben Schnürsenkeln. Und heute morgen waren sie wieder da.

Auf wieviele Schuhe blicken wir wohl pro Tag? Unsere eigenen eingeschlossen. Das ist an sich sehr alltäglich, und vermutlich sind da nur selten Schuhe dabei, die uns länger beschäftigen. Diese grünen Schuhe tun es jedenfalls. Und ich frage mich, welche Geschichten uns wohl unsere Schuhe erzählen würden, wenn wir ihnen zuhören. Wo sie schon überall waren. Was sie für uns schon alles ausgehalten haben. Wo sie uns Schutz und Stand gegeben haben. – Aber wir treten sie buchstäblich mit den Füßen...
Nun gut, das ist auch ihre Aufgabe und ihr Daseinszweck. Da gibt es wenig Grund, sentimental zu werden.

Wir sollen vielleicht trotzdem öfter mit unseren Schuhen reden, wenn sie von unseren Um- und Irrwegen erzählen, von aus-weg-losen Situationen und erreichten Zielen, von schweren Schritten und leichten Sprüngen.

Es gibt vermutlich viel mehr, die auf unseren Wegen dabei sind, als wir wissen.

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"It's not so easy to make good Schalung, Father..."

...sagte Khalil, unser Bauunternehmer, zu mir. Wenn ich mir ansehe, was er und seine Männer aus Holz errichten, bevor dort eine Stahlbetonwand zu stehen oder eine Decke darauf kommt, kann ich ihm nur zustimmen. ‛Ouni bei der Schalung der Decke des Kreuzgangs Da geht es um mehr, als nur senkrechte Wände und glatte Decken vorzubereiten. Fensterlaibungen und Türen müssen stimmen, Wand- und Deckendurchbrüche für Abflüsse und Versorgungsleitungen da sein, wo sie hingehören, Nischen für Elektroverteilungen und Feuerlöschkästen einbezogen werden und vieles mehr.
An der fertigen Schalung ist all dies quasi im Negativ schon zu sehen. Eine solche Schalung ist ein eigenes Kunstwerk für sich. Obendrein wirkt sie manchmal solider als das, was in manchen Gegenden des westlichen Kulturkreises ohnehin nur aus Holz gebaut wird und nach dem nächsten Hurrikan einfach nicht mehr da ist.
Munir und ein künftiges Dachfenster im Kreuzgang Dennoch ist sie eben nur Schalung, eine Schale, die, nachdem der Beton gegossen worden ist, wieder abgenommen, zerlegt, gereinigt und für den nächsten Bauabschnitt wiederverwendet wird. Was dann im Raum – oder vielmehr: um den Raum herum – steht, ist nackter Beton und nicht halb so ansehnlich wie die Schalung. Gott sei Dank folgt dann aber bald eine andere „Schalung“: Die Verkleidung der rohen Wände mit behauenem Kalkstein. So erhält die Wand ihr Gesicht Die Arbeit der Männer aus Kafr Kana, die hier Stein für Stein die endgültige Gestalt ans Licht bringen, ist nicht weniger beeindruckend. So lässt der Beton ein wenig der Schalung nachtrauern, die ihn hat Wand, Decke, Treppe, Säule oder anderes werden lassen, nährt aber Phantasie und Vorfreude auf das, was letztlich einmal daraus werden wird.

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Ein gesegneten Sonn(en)tag!

Ich sitze an meinem Schreibtisch. Draußen weht der Wind. Es hört sich nach Winter an. Der Himmel ist grau und trüb.

Und doch, die Sonne schaut mich an. Aus dem verhangenen Himmel blickt sie am Minarett auf dem Abendmahlssaal vorbei. Der Wind bewegt die großen Blätter der Palme in unserem Küchenhof, die noch zwischen der Sonne und mir sind. Und so blicken wir uns immer wieder an, die Sonne und ich.

Das Leben mag schon mal trüb und grau sein, es mag sich nach Winter anfühlen und der Wind weht uns ins Gesicht. – Aber das Licht unseres Lebens sucht sich einen Weg zu uns...

....wenn wir es lassen.

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Hand-in-Hand School, HaGalil Part 2

Perhaps the greatest influence on the school is found in the students' parents. The parents' support and understanding is imperative for the success of this school and it requires a rather open-minded parent to see the benefits that the school has to offer. Some parents, both Muslim and Jewish, joined us at Tabgha where they participated with the students in a closed, quite environment to study, socialize, and live together. While the school is integrated, the students go to their homes at the end of the day, but at Tabgha they lived with one-another for the duration of the visit which was a practical exercise in the respect taught at the school.

The students' days were filled with activities both academic and recreational. As the volunteers continued their daily work the campus was filled with Jewish, Muslim, and Christian students painting, learning Hebrew and Arabic, swimming in the pool, and playing on the playground. On the Playground The parents' involvement in these activities served as an example of intercultural cohesion for the children. It is through such examples and activities that the school responds to the conflict and hopes to overcome it in future generations.

Before the group left I spoke with some of the teachers. My question to them was simple, but important: with all of the criticism and negative feedback from the community, why do it? Why work so hard to continue this project? There was a long pause before an answer came. “Because it doesn't have to be this way.” When the school was founded the initial goal was to work for a different life. Rather than living like rivals in separate villages and allowing stereotypes and preconceived notions to dictate and skew the impression of the other, exposure at a young age can alleviate and eventually overcome the conflict. The group left, but we will continue contact with them as we are all eager to know what the future holds for the Bilingual Hand-in-Hand School, HaGalil.

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Vom Grundstein und der klösterlichen Stabilitas


Das Kloster soll, wenn möglich, so angelegt werden, dass sich alles Notwendige, nämlich Wasser, Mühle und Garten, innerhalb des Klosters befindet und die verschiedenen Arten des Handwerks dort ausgübt werden können. So brauchen die Mönche nicht draußen herumzulaufen, denn das ist für sie überhaupt nicht gut…
(Benediktsregel, Kapitel 66)

Das benediktinische Mönchtum und die Regel des Heiligen Benedikt sind zu Zeiten der großen Völkerwanderung vor eineinhalb Jahrtausenden entstanden. Das Anliegen Benedikts und seiner Brüder, Orte der Ruhe in einer unruhigen Zeit zu schaffen, in der alles in Bewegung war, einen stabilen Ankerplatz für Leib und Seele, ist heute so aktuell wie damals.
Auch unser neues Kloster soll einmal Raum für eine solche „Stabilitas“ bieten, um all das, was das klösterliche Leben hier und heute uns abverlangt, immer wieder im Wesentlichen festmachen zu können. Zeichen dafür soll der Grundstein des neuen Hauses sein, der – als Säulenbasis im Kreuzgang – uns gut sichtbar daran erinnern soll. Im Moment jedoch läuft er noch ziemlich viel draußen herum, obwohl er immer noch der schwerste von uns ist und die kürzesten Beine hat.

Segnung des Grundsteins am 27. Februar 2011. Vor vier Jahren wurde er noch nicht gelegt, sondern nur gesegnet, wenn auch ungefähr schon da, wo er einmal seinen Platz haben wird, im Beisein nicht nur der Bischöfe des Heiligen Landes, sondern auch des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz.

...Grundstein auf Wanderwegen... Danach war er den Arbeiten jedoch erst einmal im Weg und zog zusammen mit einem Bauschild hinaus auf den Parkplatz, wo beide den Besuchern von Tabgha verkündet haben, was sich bei uns ereignet. Nachdem nun die Bauarbeiten entlang des Kirchenvorplatzes weit genug gediehen sind, haben sich beide jetzt wieder auf den Weg gemacht und dort nun im sichtbaren Zusammenhang mit der Baustelle und ihren Fortschritten einen neuen Platz bezogen.

Unser Grundstein von oben betrachtet. Hoffen wir, dass sein nächster Umzug ihn dahin führt, wo er zur Stabilitas des Klosters und seiner Bewohner beitragen soll – damit wir, ganz gleich, wo wir gerade herumlaufen, nie vergessen, wozu es alles dienen soll:

„Ut in omnibus glorificetur Deus – damit in allem Gott verherrlicht werde.”

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Politik im Vorbeifahren

Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem ich merke, dass ein Klosterleben in Jerusalem eben ein Klosterleben in Jerusalem ist. Und das bedeutet: Dass es nicht ganz so ist, wie man sich das idealerweise vorstellt, das Klosterleben.
Dass ich mit einem meiner Brüder zu einem großen schwedischen Möbel- und Einrichtungshaus gefahren bin und mit etlichen Kerzen und Servietten, mit Keramikschalen und vielen anderen schönen Dingen unser Auto beladen habe, ist ja noch einigermaßen normal.

Als wir dann aber auf der Rückfahrt die Autobahn Nr. 1 wieder Richtung Jerusalem hinauffuhren – die alttestamentlichen Psalmenbeter hätten noch sehr lyrisch von Aufsteigen gesprochen –, war die andere Spur kilometerlang abgesperrt. Doch auch daran gewöhnt man sich im Laufe der Jahre in diesem Land. An einem Zubringer sah man sogar eine dicke Polizeitsperre, die den Verkehr aufhielt; an einigen Stellen waren Sicherheitskräfte positioniert. Unser Verdacht, dass da gleich jemand wichtiges durchfährt, bestätigte sich bald, als ein großer Konvoi mit Limousinen und verschiedenen Einsatzwagen an uns vorbei Richtung Tel Aviv rauschte. Wir haben freundlich Lichthupe gegeben, aber ob es die Kanzlerin und ihre Delegation gesehen haben, wissen wir leider nicht. – Und welcher Mönch hat schon mal eben so die Chance, die Kanzlerin und den Umweltminister per Lichthupe zu grüßen???
Zumindest vermuten wir, dass es die deutsche Regierungsgruppe war. – Politik im Vorbeifahren.

Aber es gibt nun leider in diesen Stunden Themen, die man nicht nur im Vorbeifahren bespricht. Denke ich. Die arabischen Völker stehen wahrscheinlich vor wichtigen Schritten. Und ich hoffe, dass Europäer und Amerikaner nicht einfach nur vorbeifahren, sondern partnerschaftlich und freundschaftlich mit den Menschen zwischen Gibraltar und dem Arabischen Golf diesen Weg gehen...

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