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Das Leben hinter den Zahlen

23. Mai 1982, die Brotvermehrungskirche wird geweiht.
23. Mai 2011, wir feiern den 29. Geburtstag der Brotvermehrungskirche: 6.30 Uhr das Pontifikalamt mit Abt Benedikt beginnt ( „So früh habe ich noch kein Pontifikalamt gefeier!” ). – 7.15 Uhr: Pontifikalamt hin oder her: Für die Arbeiter ist normaler Arbeitstag, und so erklingen draußen schon die Baumaschinen, als wir noch nicht bei der Kommunion sind. Denn:
23. Mai 2012: 30 Jahre Kirchweihfest in Tabgha und, so Gott will, auch die Einweihung des neuen Klosters.

1967 sagen die einen und meinen: Das muss die Basis sein für die Grenzen zweier Staaten hier um uns herum.
1967 sagen die anderen meinen: Das entspricht keiner Realität und Vernunft.

September 2011 sagen die einen und meinen: Dann wird ein palästinensischer Staat ausgerufen. Auf Basis der Grenzen von 1967. Und wenn er dann von weiteren Staaten anerkannt wird?
September 2011, dann sind auf einmal israelische Truppen und israelische Siedler wirklich und anerkanntermaßen in einem fremden Staat.

Bloße Zahlen und Daten. Auf die Landkarten des Lebens einzelner Menschen übertragen sind sie aber mehr. Was werden wir in einem Jahr, am 24. Mai 2012 damit verbinden?

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Hoffnung? – Hoffnung!

Inzwischen gibt es bei Wikipedia schon einen Artikel von einem Ereignis, von dem man eigentlich nicht weiß, ob es überhaupt schon real ist: Third Intifada.

Der Wiki-Autor datiert den Beginn mit dem 15. Mai, dem vergangenen Sonntag, als Israels Grenzen und Checkpoints gestürmt wurden. In der israelischen Zeitung Haaretz fragt Gideon Levy, ob mit dem Tod und der Beisetzung des 17jährigen Milad am vergangenen Freitag in Jerusalem diese Dritte Intifada schon begonnen hat.
Ich sehe noch einmal die Fotos im Internet vor mir: Auf einem Bild war der Beerdigungszug zu sehen. Der mit der Fahne geschmückte Sarg mittendrin. Im Hintergrund die Altstadt mit dem Felsendom – und am linken Bildrand noch zu erkennen: der Zionsberg mit der Dormitio-Basilika...

Hoffnung? – Hoffnung! (Foto: Sammlung des 37. Theologischen Studienjahres) Ob man die Ereignisse der vergangenen Tage schon als Intifada bezeichnen kann (oder muss), das weiß ich nicht. – Aber es ist tragisch und, ich fürchte, grundfalsch, mit diesem Begriff zu operieren. Es wird nicht real und wahr, nur weil es nun einen Wiki-Artikel darüber gibt und der Begriff von immer mehr Journalisten (auch in deutschsprachigen Medien) aufgefriffen wird. Schon gar nicht wird es auf diesem Wege gut und gerecht. – Gleich aus welcher Perspektive.
Ich wünsche mir, dass wir Menschen es unabhägig von unseren Sprachen und Religionen, unseren Meinungen und Vorteilen immer mehr schaffen, die Grenzen und Checkpoints zwischen uns und gegen uns zu überwinden. Ohne Gewalt. Einfach als Menschen.

Vielleicht kann uns das vergangenen Wochenende zumindest bleibend erinnern. Hier im Heiligen Land und überall.

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Wie liebenswert ist Deine Wohnung... (Psalm 84)

Wenn ich aus den Fenstern auf der Nordseite schaue und dabei auf einen rot blühenden Hibiskus-Strauch schaue, wenn mir durch die Fenster der Westseite die untergehende Sonne das Gesicht berührt, wenn ich singe: Auch der Sperling findet ein Haus, ein Nest die Schwalbe, um ihre Jungen zu hegen bei deinen Altären (Psalm 84), und wenn ich dabei auch noch die Sperlinge (respektive: Spatzen) singen höre...
...dann, genau: Dann sitze ich zur Vesper am Donnerstagabend in Tabgha.

Gestern war es mal wieder der Fall, denn ich war mit dem Abt zu einem Kurzbesuch in Tabgha. Wir haben mit den Brüdern gesprochen, den Fortgang der Bauarbeiten in Augenschein genommen und natürlich uns an Tabgha insgesamt, seinen Menschen und Tieren und der Natur erfreut. – Es ist noch auffallend grün überall. Überhaupt ist das Klima sehr mild im ganzen Land. Immer wieder Regen, längst kein Frühregen (Psalm 84) mehr, aber doch Segen für das Land und die Menschen.

Gestern morgen noch auf dem Zion die Vigil, abends in Tabgha die Vesper, zur Komplet auf der Autobahn, und heute morgen wieder in Jerusalem. Der Wechsel zwischen den Welten geht schnell. Dort Galiläa und hier die Hauptstadt. Beides Orte SEINER Gegenwart. Keine Frage. Beide sehr verschieden. Auch keine Frage.
Das Wechseln ist nicht immer einfach, aber es spiegelt auch unser Leben in seinen Wechseln wider. Und deshalb macht es durchaus auch Freude, wenn man sich zur Wallfahrt entschließt (Psalm 84)!
Blick vom Neubau auf die Kirche.

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Akram Society

Living and Enjoying
Recently our dear old friend Aram Okeh and his “Arab Society of the physically handicapped” came with a group from Jerusalem. It was very nice to exchange experiences with the members of the group.
Everybody was invited to join an evening with the group. The was a bedouine flute-player who created a warm and happy Middle-East atmosphere here in our beautiful garden and the people were dancing and enjoying themselves together.
Again Tabgha and the “BEIT NOAH” showed their incredible power and influence. One of the girls in the group made her in our environment a big step in her development. Before she arrived here the staff of the group couldn`t understand her, because she has problems with articulation. In the five days that she could spend here she was able to develop her abilities so far that it was possible to have simple conversations with her. A big smile and a very happy girl was the result. Everybody was very proud of her. We wish her to extend her abilities and see her here next year.
Thak you for coming and letting us being part of this!!!

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„Blick hinter die Kulissen...

...des Weißen Hauses...”. – Dieses Bild, das ich zuerst heute bei Spiegel online gesehen habe, das mittlerweile aber durch alle Medien geht, ist verstörend.
Da sitzt der mächtigste Mann der Welt hinten in der Ecke, mit eine Strickweste und einem Polohemd. Angespannt und gestresst. Seine Außenministerin hält die Hand vor den Mund, die Augen aufgerissen. Die Minen und Gesten der Anderen will ich nicht deuten. Sehen sie so etwas öfter?
So ähnlich saßen wir, Mönche und wenige Gäste vor fast zehn Jahren auch um einen Bildschirm und haben zugesehen, wie die Twins in New York in sich zusammenfielen. Dieser Tag verändert die Welt, hat der Abt damals gesagt. Ja, dieser Tag hat die Welt verändert.
Aber hat er auch die Menschen verändert? Der Mensch und seine Macht. Seine Möglichkeit, Gewalt auszuüben. Die Hilflosigkeit, der Gewalt Anderer ausgesetzt zu sein. – Macht, über Gewalt zu entscheiden, und Ohmacht, Gewalt zu ertragen, auch wenn man sie „nur” mit ansieht.

Mich irritiert diese Runde um den Großbildschirm im Weißen Haus. Warum, warum muss es zu solchen Runden kommen und was bringen sie? Ich verstehe es nicht.
Der Blick hinter die Kulissen des Weißen Hauses ist ein Blick hinter die Kulissen menschlicher Haltungen und Strukturen. – Aber verstehen, verstehen kann ich es nicht.

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„Heute kam der Olivenbaum!”

Unter meinen Emails heute morgen war auch eine, die mir Bruder Franziskus aus Tabgha gestern Abend noch geschickt hat. Aus gegebenem Anlass möchte ich davon hier ein paar Sätze mit Euch teilen.
Hintergrund: Vor etwa drei Wochen haben sich unsere Tabgha-Brüder einen alten Olivenbaum ausgesucht, der in den Innenhof des neuen Klosters gepflanzt werden soll. Solche Verpflanzungen auch alter Bäume sind hier im Heiligen Land nicht unüblich. Immer mal wieder sieht mal Bäume auf einem LKW durch die Landschaft fahren, auf dem Weg zu einem neuen Zuhause.
Unser Baum nun musste in den späteren Innenhof, bevor der westliche Trakt mit Küche, Refektorium und Sprechzimmern gebaut wird. Sonst hätte man ihn mit einem Kran über das Dach schaffen müssen. – Auch wenn Olivenbäume schon mal LKW fahren, fliegen tun sie nicht gerne...

Hier also die Beobachtungen von Bruder Franziskus:
Br. Franziskus begutachtet den neuen-alten Olivenbaum Heute kam der Olivenbaum. Ich war ganz erstaunt mit welch wenigem Wurzelwerk. Die Wurzel werden noch kräftig aus dem Stamm wachsen und im Boden Halt finden. Es hat wohl auch was mit uns zu tun.

Der mächtige Stamm mag unseren Heiligen Vater Benedikt symbolisieren. Noch sind kaum Zweige zu sehen. Zum Teil sind sie beim Transport beschädigt worden. Bei guter Pflege können sie wachsen: Auch wir, wenn wir uns an dem Stamm unsrer Ordensregel orientieren.

Den lebensspendenden Saft liefert der Stamm: Aus der Wurzel, die wie Gott dem Baum Nahrung aus dem Boden gibt, kann es dann wachsen. An Seinem Segen ist alles gelegen, und mit unserm gutem Willen dazu kann es wachsen und gedeihen.

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wachet und betet

die bilder dieses abends sind stark
sie brauchen kaum erklärende worte

dass wir hier feiern und erinnern wo es war und ist und bleiben wird ist ein geschenk

aber es macht keinen unterschied

es geschieht überall

überall dort wo sich menschen in Seinem geist zusammenführen lassen sich von Seiner liebe führen lassen sich in Seinen dienst stellen lassen
in den dienst den Er uns getan und den den wir in Seinem namen Ihm und einander tun

nun ist es still und dunkel
die bilder vom wasser und dem öl und dem kuss auf dem fuß und die gaben von wein und brot sie sind stark

aber in der stille und in die dunkelheit klingt besonders noch Sein ruf
wachet und betet

das gilt nicht nur für diese nacht
das ist ein lebensprogramm
wachet und betet

durch die stille und die dunkelheit
im vertrauen darauf dass auch die sonne wieder aufgeht und Er wieder zu uns spricht:
Der Friede sei mit euch!

Wachet und betet...

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Ohne Bilder: Weil es so etwas nur in Jerusalem gibt

Ich sage es gleich vorweg: Zu diesem Blog gibt's kein Bild.
Das will ich mir und Euch ganz bestimmt nicht antun.
Gleichzeitig ist die Szene selbst ein Bild für Jerusalem und für das, was man so nur in dieser Stadt erleben kann.


Ein ganz besonderer Priester

Aber der Reihe nach. – Wer von Euch schon mal in dieser Stadt war, hat etwas vom Jüdischen Tempel gehört oder gelesen, hat Bilder und Modelle usw. gesehen. Nur in Natur gibt es ihn nicht mehr, den Tempel, seit etwa zweitausend Jahren. Auch das ist bekannt. Die einen bedauern das, den anderen ist das ganz recht, wieder andere bestreiten seine Existenz sowieso.
Nun gibt es im Umfeld unserer Abtei aber einen Mann, der das für sich ganz pragmatisch gelöst hat: Er selbst ist ein Cohen, also ein jüdischer Priester, trägt meistens weiße Kleider und eine sehenswerte Haartracht. Und für diesen Priester ist der Tempel kurzerhand unser Garten. Er kommt fast jede Woche, um sein Heiligtum zu pflegen, zupft Unkraut usw. Dem Zivi ist es recht und unser Garten freut sich auch.
Das wäre an sich ja schon eine schöne Story. Aber es geht noch eine Spur heftiger.


Happy Passover

Heute ist der Seder-Abend, der Auftakt zu den jüdischen Pessach-Feiertagen. So weit, so gut. Ihr kennt die Geschichte mit dem Lamm, das die Israeliten seinerzeit geschlachtet haben, um sein Blut an ihre Türpfosten zu streichen und um das Fleisch zu essen, die „Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand [...] hastig!” (Exodus 12,11).
Ich saß vorhin zu einem Gespräch im Garten und dachte mir erst mal nicht viel dabei, als unser jüdischer Priester-Freund um Einlaß in den Garten bat. Auch dass er noch einen zweiten Priester mitbrachte (auch er weiß gekleidet und mit stilechtem Bart), hat mich nicht aus der Ruhe gebracht.

Erst, als wir nach unserem Gespräch unsere ruhige Ecke verließen, habe ich das geschlachtete Lamm in unserem Garten gesehen... Mitten drin, auf der Wiese unter dem Zitronenbaum!
Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist hier!!!
(frei nach Jeremia 7,4)

In diesem Sinne: Happy Passover!

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Vor dem Feiertagsmarathon

Noch einmal tief Luft holen, dann geht es los. – Gerade habe ich noch mal mein Büro geputzt, den Müll weggebracht. Die (meisten) Einkäufe sind erledigt. Aber viel bekomme ich jetzt sowieso nicht mehr.
Die Geschäfte waren schon Anfang der Woche fast menschenleer, weil zumindest unsere jüdischen Mitbürger ihre Wohnungen geputzt und für das Pessach-Fest rein, also koscher, gemacht haben. Da ist unser Osterputz harmlos. Die Blumentöpfchen, die ich als Deko fürs Refektorium für die nächste Woche bestellt hatte, kamen schon vorgestern („Aber Ostern ist doch immer eine Woche vor Pessach...!?” – Nein, leider falsch.), und ich gehe davon aus, dass sie unter der Hand von Eva und Katharina die Woche bei uns gut überstehen, bevor sie zum Einsatz kommen.

Am Sonntag geht es dann „bei uns” los. Aus Tabgha haben wir einen ganzen Packen an Olivenzweigen bekommen für die knapp 200 Pilger, die sich für den Gottesdienst angemeldet haben. Am Montag ist Erev Pessach, der Vorabend des Pessachfestes, was dann eine ganze Woche lang gefeiert wird.
Halbfeiertage und ganze Feiertage, dazwischen dann unsere Heilige Woche, die mit Ostern nahtlos in die Osteroktav übergeht. Noch mehr halbe und ganze Feiertage...

Im Feiern selbst ist es ja schön, und deshalb freue ich mich auch darauf. Gleichzeitig ist es aber eine Strecke, die es zu bewältigen gilt. – Durch das Rote Meer und die Wüste, zum Garten Gethsemani, nach Golgotha... und schließlich nach Emmaus und nach Galiläa. Und von dort in die Welt hinaus...

Wie sagt der Kölner? – Et hätt noch immer jot jejange.

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Wenn Gras wie ein Zweitakter singt...

...dann wird es Ostern in Jerusalem.
Klingt verrückt. Ist es auch. Aber gleichzeitig ist es ganz richtig und normal. Denn: Als ich gerade durch das Treppenhaus anch oben ging, habe ich es zuerst gehört und dann auch gerochen und schließlich gesehen:
Gerade eben auf dem griechischen Friedhof... Auf dem griechisch-orthodoxen Friedhof nebenan war einer der Arbeiter damit beschäftigt, mit einer Motorsense zwischen den Gräbern zu mähen. – Im Winter nämlich wird es ja hier grün, es wächst und blüht. So auch das Gras und allerlei bunt Blühendes zwischen den Gräbern in unserer Nachbarschaft. Nun lässt der Regen (vermutlich) bald nach, auch wenn wir diese Woche noch einiges abbekamen. Gepriesen sei der Ewige!
Also würde das, was jetzt noch recht nett anzuschauen ist, eh bald verdorren und sogar eine Brandgefahr darstellen. Und dann mäht man es besser vorher ab.

Außerdem gehen wir ja alle auf Ostern zu. (Der 24. April ist in diesem Jahr der gemeinsame Termin von Ost- und Westkirche.) Die griechisch-orthodoxen Christen in Jerusalem feiern Ostern besonders um das Heilige Grab herum. Ein Massenspektakel ganz eigener Art. Dann kommt das Heilige Feuer aus dem Heiligen und leeren Grab und verbreitet sich in Windeseile in der ganzen Grabeskirche und in der ganzen Stadt.
So schnell wie seinerzeit Johannes und Petrus zum leeren Grab des Herrn liefen, laufen einige orthodoxe Christen dann zu den Gräbern ihrer Verwandten auf dem Zion. Sie bringen ihren Toten das Feuer des Auferstandenen!

Also muss der Friedhof dann sauber und aufgeräumt sein. Und so riecht klingt das Gras auf dem griechischen Friedhof heute wie ein Zweitakter und kündigt an, dass bald Ostern ist!

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